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Am 1. Juni öffnet das Haus der Nachhaltigkeit in der Rainerstraße in Ried

Rosina Pixner, 27.05.2021 13:19

RIED. Mit der Eröffnung der Giesserei, des Hauses der Nachhaltigkeit, am 1. Juni hat der Verein Trafos eine wichtige Etappe für sein Anliegen, regionale und nachhaltige Entwicklung im Innviertel zu fördern, geschafft. Die Trafos laden in die Giesserei ein, wollen aber auch weitere Interessierte mit an Bord nehmen.

Fotos: Lothar Prokop
  1 / 5   Fotos: Lothar Prokop

2018 entstand aus einem Freundeskreis der Verein Trafos – eine offene Gemeinschaft, die konkrete, regionale und nachhaltige Veränderung im Innviertel als ihr Ziel sieht. Eine erste große Aktion war die Ausrichtung der Messe „INN-FAIR“ im Frühjahr 2019, an der über 70 Aussteller*innen teilnahmen. Schon damals wurde intensiv darüber nachgedacht, ein „Haus der Nachhaltigkeit“ zu schaffen. Anfang 2020 war es dann so weit: das ehemalige Hofmannhaus in der Rainerstraße mit einem Nebengebäude in der Eislaufgasse wurde erworben und in den letzten eineinhalb Jahren mustergültig renoviert.

Grundsanierung von Keller bis zum Dach

Aus dem tendenziell abbruchreifen Haus wurde durch die Mithilfe von mehr als 30 Vereinsmitgliedern und durch die Unterstützung heimischer Handwerksbetriebe ein Beispiel für eine vorbildliche Restaurierung. „Von einer Dachsanierung mit Schafwolldämmung über die Instandsetzung der historischen Kastenfenster unter Verwendung von Leinölfarben bis hin zur Erhaltung der Holzdecken durch Umgestaltung zu einer tragfähigen Holz-Beton-Verbunddecke haben wir stets darauf geachtet, dass wir die historisch wertvolle Substanz erhalten. Gleichzeitig haben wir mit regionalen und nachhaltigen Materialien das Haus an die Bedürfnisse unserer Zeit angepasst“, fasst Karl Weilhartner – er war federführend für Ankauf und Instandsetzung verantwortlich – die Arbeiten der letzten eineinhalb Jahre zusammen. Auf einer Fläche von etwa 850 Quadratmeter wurde ein Erlebnisraum mit vielen Attraktionen geschaffen, der Tradition und Moderne vereint.

Historie zum Haus

Der Name Giesserei greift bis ins 16. Jahrhundert zurück, wo mehrere Generationen von Zinngießern als Hausbesitzer aufscheinen. Jetzt wollen die Trafos das Haus dafür einsetzen, dass nachhaltig wirtschaftende Betriebe ihr Angebot in einer angemessenen Atmosphäre präsentieren können, aber auch für Interessierte attraktive Möglichkeiten des Austausches und der Begegnung entstehen.

Pop-up-Geschäfte

Im Erdgeschoß hat GEA Ried ein größeres Lokal gefunden. Die Waldviertler bespielen die Themen Gehen, Sitzen und Liegen. Die (noch) freie Fläche daneben wird mit Pop-up-Geschäften bespielt, gleich zu Beginn (1. bis 12. Juni) mit XILING – Fair Fashion, einem Label aus Linz, das bio-faire Mode anbietet.

Gastronomie und Marktplatz

Im ersten Stock findet man die Kaffee-Kocherei, das gastronomische Herzstück der Giesserei samt gut sortiertem Zeitungsangebot. Sie wird ergänzt vom „Marktplatz“, einem bunten Angebot für nachhaltige, umweltfreundliche und langlebige Produkte. Im zweiten Stock gibt es den Co-Working-Space, einen Bereich mit Literatur zum Schmökern und Tauschen und einen Veranstaltungsraum. Im Nebengebäude kann man Oskar Pointeckers Ideen-Kunst-Druck-Werkstatt und das Beco.Cafe mit Kaffee-Rösterei und Coffee to go bestaunen und nutzen.

„Ich freue mich sehr, dass es unserer Gemeinschaft gelungen ist, die Giesserei so großartig zu renovieren. Wesentlich war dabei das Miteinander. Ein herzlicher Dank geht an alle, die bei der Renovierung so intensiv mitgemacht haben“, erklärt Obmann Max Gramberger, der gemeinsam mit einem Team den digitalen Auftritt mit Homepage, Facebook und Instagram-Account betreut. Er merkt gerade jetzt ein Riesen-Interesse am Thema Nachhaltigkeit: „Viele wollen kleine konkrete Beiträge leisten, damit unsere Zukunft hier im Innviertel enkelsicher wird. In der Giesserei werden dazu viele Ideen geboren werden. Interessierte heißen wir herzlich willkommen, denn gemeinsam können wir vieles erreichen, was alleine nicht möglich wäre.“

Daten und Fakten

· 15 Monate Bauzeit

· rund 30 Vereinsmitglieder, die immer wieder mitgearbeitet haben

· rund 1500 kostenlose Arbeitsstunden, die die Trafos beim Umbau geleistet haben

· 20 Firmen, die beschäftigt waren

· 4000 Schrauben, die die Holz-Beton-Verbunddecke ermöglicht haben

· eine Holz-Beton-Verbunddecke, die 90 m3 Beton eingespart hat

· 750 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Ebenen im Haupthaus und 100 Quadratmeter im Nebengebäude

· ein Gastronomiebetrieb mit 50 Plätzen

· 60 Kubikmeter Schafwolldämmung

· Eschenholzstiege aus sägerauen Stufen, jeweils aus einem Bloch geschnitten

· behindertengerecht mit Panoramalift

· fast 700jährige Tradition im Haus

· historischen Kastenfenster, die unter Verwendung von Leinölfarben restauriert wurden

· mehrere Co-Working-Spaces mit guter Büro-Infrastruktur

· ein Marktplatz für regionale, biologische und langlebige Produkte

· eine Kunstwerkstatt mit historischen Druckereimaschinen

· ein internationaler Touch durch einen brasilianischen Kaffeeröster

· rund eine Million Euro Umbaukosten inklusive der gesamten Ausstattung

· Pop-up-Stores auch mit fairer Kleidung


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