Tagesbetreuungszentrum Tumeltsham: Elf Tagesgäste werden hier individuell gefördert und betreut
TUMELTSHAM. Anfang Mai eröffnete das Tagesbetreuungszentrum in Tumeltsham seine Pforten. An zwei Tagen pro Woche werden hier elf Tagesgäste betreut. Aufgrund der Vollauslastung wird ab Oktober ein dritter Betreuungstag angeboten. Die Aktivierung der Tagesgäste und die Entlastung von pflegenden Angehörigen stehen dabei im Vordergrund.

Das Tagesbetreuungszentrum ist ein sozialer Treffpunkt für Senioren, die frühere Interessen und Hobbys gerne in heimeligem Wohlfühlambiente und in Gesellschaft wieder ausleben möchten. Dabei werden die Tagesgäste durch Fach- und Sozialbetreuer für Altenarbeit sowie speziell ausgebildete freiwillige Mitarbeiter jeweils dienstags und donnerstags betreut. Corona-bedingt wurden von Mai bis Ende Juni acht Tagesgäste betreut, seit Juli sind es elf und damit ist die Vollauslastung erreicht. „Am Anfang waren wir alle etwas nervös, auch die Tagesgäste. Doch binnen weniger Tage hat sich die Nervosität in Begeisterung verwandelt.
Tagesgäste machen gute Fortschritte
Beeindruckend war, dass beispielsweise ein Demenz-Patient, der vorher nicht mehr geredet hat, jetzt wieder spricht“, erzählt Projektkoordinatorin Silvia Grüll-Eichberger. Jeder der 16 ehrenamtlichen Mitarbeiter bringt seine eigene Geschichte mit und das macht den Tagesablauf so abwechslungsreich. Es wird gesungen, gemalt, getanzt, gespielt, es werden Spaziergänge unternommen oder auch mal ein kurzer Besuch im Kindergarten gemacht. „Hier kommt uns die Freiwilligkeit zugute, alle Mitarbeiter sind mit Begeisterung dabei, das ist ein großer Benefit“, sagt Christian Dobler-Strehle, Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Ried. „Die Tagesgäste erzählen sich Geschichten von früher, für viele von ihnen ist dieser Tag wie ein Urlaub. Auch das gemeinsame Essen wird zelebriert. Wir haben Essen auf Räder, servieren das Mittagessen aber auf Tellern und mit Stoffservietten. Das ist ja wie in einem Hotel, sagte kürzlich ein Tagesgast“, berichtet Silvia Grüll-Eichberger.
Entlastung von pflegenden Angehörigen
Auch von den Angehörigen bekommen die Mitarbeiter des Tagesbetreuungszentrums ein sehr gutes Feedback. Sie sind dankbar für die Entlastung und bekommen auch ein Stück Lebensqualität zurück. Das bestätigt auch Maria Ott. Ihre 84-jährige Mutter ist an Demenz erkrankt. Nachdem ihre Freundin, mit der sie sehr viel unternommen hat, plötzlich verstorben ist, dann auch Corona die Einsamkeit verstärkt hat, war es an der Zeit, dass sie wieder Kontakt mit anderen Senioren hat. „Sie hat hier so eine schöne Zeit und kommt immer mit einem lachenden Gesicht nach Hause. Einmal sagte sie ganz stolz, heute war ich wieder beim Seniorenbund-Stammtisch“, erzählt Maria Ott.
Begeisterte Mitarbeiter
Die freiwilligen Mitarbeiterinnen Traudi und Resi sind mit viel Freude dabei: „Es ist so eine Freude wenn man helfen und auch die Angehörigen entlasten kann.“ Regina arbeitet hauptberuflich im Tagesbetreuungszentrum. Sie hat 18 Jahre im Pflegeheim gearbeitet und wollte sich nach ihrer Karenz verändern: „Für mich war das ein Lotto-Sechser. Hier liegt der Schwerpunkt auf Aktivierung und individuelle Betreuung und Förderung. Die bunte Vielfalt an Freiwilligen ergänzt das Tagesprogramm für die Tagesgäste.“
Angebot wird sehr gut angenommen
Für Bürgermeister Erwin Diermayr war es wichtig für die ältere Generation ein Angebot zu schaffen: „Bei uns passt das Umfeld. Bei der Gestaltung haben wir darauf geachtet, dass es Ausweichmöglichkeiten in die freie Natur gibt. Ein Spaziergang in den kleinen Park, zur Kirche oder rauf zum Kindergarten, macht den Senioren immer viel Freude. Was die Innenräume betrifft, haben wir auf ein angenehmes Raumklima mit Wohnraumlüftung Wert gelegt. Dank der Unterstützung durch die Sozialabteilung des Landes OÖ, des Sozialhilfeverbandes Ried, der Sparkasse Ried-Haag und der Gemeinde Tumeltsham konnte das Tagesbetreuungszentrum verwirklicht werden. „Ich freue mich sehr, dass das Angebot so gut angenommen wird. Leider erkranken immer mehr Menschen an Demenz. Diese Betroffenen brauchen eine spezielle Betreuung und Förderung. Sämtliche Mitglieder des Teams haben eine Demenz-Schulung erhalten, daher können auch entsprechende Qualitätsstandards für die Arbeit mit Menschen mit Demenz und deren Angehörigen gesetzt werden“, so Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer bei ihrem Besuch im Tagesbetreuungszentrum.
Tag der offenen Tür
Wer sich das Tagesbetreuungszentrum anschauen möchte, hat dazu am Samstag, 18. September, beim Tag der offenen Tür Gelegenheit.
Kontakt
Interessenten können sich bei unter der Tel.: 07752/81844-251 melden.


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