Eintägiges Symposium zu Kommunikation im Wandel
RIED. Logotherapeutin Inge Patsch, Roboterpsychologin Martina Mara und Journalistin Ingrid Brodnig waren auf Einladung von Frauennetzwerk3 zu Gast und referierten über die Kunst der Kommunikation, über Algorithmen und Künstliche Intelligenz und über den Umgang mit Mythen und Falschmeldungen.

Dazwischen brachte die Kleinkunst-Truppe d’herz@ das Thema künstlerisch auf den Punkt. Mit Schalk und Komik, mit Tiefsinn und musikalischer Kraft imponierten Annemarie Dämon, Sigrid Kofler und Elfi Wintersteiger.
Cyber Mobbing und Spielsucht
„Lasst Eure Kinder vor den Monitoren nicht allein. Seid nicht stolz drauf, dass sie euch das Handy aufgesetzt haben - lernt es selbst“, appellierte Logotherapeutin Inge Patsch an alle Eltern, die sich wegen Cyber Mobbing und Spielsucht der Kinder Sorgen machen. Auch für den Humor brach sie in ihrem Vortrag eine Lanze, denn viel Druck und Spannung könne aus Gesprächen oder kleinen Beleidigtheiten genommen werden, wenn wir uns zu einer humorvollen Sichtweise der Dinge entscheiden. Die Kunst der Kommunikation sei keine Einbahn, sondern Dialog und daher immer in fragender Haltung zu führen.
Algorithmen und smarte Maschinen
Dass Algorithmen und deren smarte Maschinen einen Spiegel unserer Gesellschaft ablichten mit all ihren Sexismen, Diskriminierungen und Stereotypen, machte Roboterpsychologin Martina Mara klar. So gibt es Seifenspender, deren Sensoren nur auf weiße Hände reagieren und der Hand eines Menschen mit dunkler Hautfarbe keine Seife zukommen lassen. Nicht Absicht, dennoch diskriminierend. Auch die Charaktere smarter Systeme zeigen zutiefst sexistische Eigenschaften, wie Mara durch markante Beispiele, wie der japanischen Ehefrau-Puppe „Mein Meister“ nachwies. Der Grund: Systeme, die Algorithmen erzeugen, werden hauptsächlich mit Informationen weißer junger Männer gefüttert. Weibliche, alte und farbige Attribute werden viel weniger nachgefragt.
Fake News entlarven
Wie man Fake News entlarvt und Verschwörungsmythen kontern kann, erklärte Ingrid Brodnig am Nachmittag einem noch immer sehr neugierigen Publikum: „Zuhören, Fragen stellen und Gemeinsamkeiten finden, sind in kontroversen Diskussionen sehr hilfreich!“ Wir lernten, dass „Loaded Questions“ bereits einen Vorwurf beinhalten, aber man „ja nur gefragt“ habe. Oder dass Statistiken wunderbar durch die Ignoranz gewisser Fakten verschleiert und daraus riskante Falschmeldungen gebastelt werden können. Brodnig: „Menschen, die danach handeln, können sich und andere in Gefahr bringen!“ Alle drei Vorträge und alle Kunstbeiträge sind ab sofort auf der Homepage der Veranstalterinnen des Frauennetzwerk3 nachzusehen: www.frauennetzwerk3.at


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