„Die Feuerwehr ist wie Familie“
BEZIRK RIED. Am Mittwoch 4. Mai ist der Internationale Tag der Feuerwehren. Aus diesem Anlass sprach Tips mit einem erfahrenen Feuerwehrmann beziehungsweise dem Mehrnbacher Feuerwehrkommandanten Klaus Medwed und der Feuerwehrfrau Lisa Strasser aus Aurolzmünster.

Lisa Strasser (24) ist seit 2007 bei der Feuerwehr Aurolzmünster. Das heißt, im zarten Alter von neun Jahren trat sie offiziell der Feuerwehr bei. Beruflich arbeitet Lisa Strasser bei der Firma Scheuch als Team Leader Quality Management & Control. Bei der Feuerwehr ist sie, wie sie sagt, seit sie denken kann. „Mein Papa war drei Perioden lang Kommandant. Wir haben sozusagen neben dem Zeughaus gewohnt. Der ganze Freundeskreis besteht aus Feuerwehrkameraden.“ Bei der Feuerwehr Aurolzmünster wird sie als Feuerwehrfrau gleich behandelt wie ein Feuerwehrmann. „Bei uns gibt es diesbezüglich keine Vorbehalte, im Gegenteil“, erzählt die engagierte Feuerwehrfrau, die sämtliche Ausbildungen als Feuerwehrfrau gemacht hat und mittlerweile Gruppenkommandantin für Brand und Technik ist. „Feuerwehr ist mein Hobby“, sagt Lisa Strasser begeistert. An ihren ersten Einsatz erinnert sich die 24-Jährige noch genau. „Ich habe meinem ersten Einsatz mit Vorfreude entgegen gefiebert, wenn man das so sagen kann. Man ist nervös, aber man arbeitet auch darauf hin und ist stolz. Bei jedem Einsatz gibt man sein Bestes. Es gibt selten einen Einsatz, wo ich nicht dabei bin. Ich wohne ja neben der Feuerwehr. Nachdem ich bei Scheuch arbeite, darf ich auch unter der Arbeitszeit weg. Scheuch hat ja auch kürzlich den Feuerwehrfreundlichen Award bekommen“, erzählt Lisa Strasser. An der Feuerwehr schätzt die Aurolzmünsterin den Zusammenhalt. „Die Feuerwehr ist wie Familie, wir sind privat auch befreundet. Deshalb hat uns auch Corona sehr weh getan. Die Treffen und das Zusammenkommen fehlten“, betont sie. Wichtig ist Lisa Strasser, dass die Bevölkerung weiß, dass die Arbeit die die Feuerwehrkameraden bei Einsätzen leisten, nicht selbstverständlich ist. „Besonders nächtliche Einsätze oder wenn wir von der Arbeit zu einem Einsatz weg müssen. Das müssen wir als Zeitausgleich verbuchen. Unsere Arbeit ist nicht selbstverständlich und ich wünsche mir, dass dies wertgeschätzt wird. Der Großteil der Menschen ist dankbar wenn wir kommen. Ich bin froh ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und bin gern dabei“, sagt Lisa Strasser abschließend.
Der erfahrene Feuerwehrmann
Klaus Medwed ist Feuerwehrkommandant bei der Feuerwehr Mehrnbach. Der 38-jährige Familienvater ist Bauleiter bei Fox Holz und gelernter Tischler. Bei der Feuerwehr ist er seit 1992. Feuerwehrluft geschnuppert hat er schon durch seinen Opa und den Papa. Bei der Feuerwehr zu sein ist sozusagen eine Familientradition. Nach dem Fußballtraining hat er als Jugendlicher immer bei der Feuerwehr vorbeigeschaut und sich wohl gefühlt. Irgendwann ist er geblieben, allerdings musste er aus zeitlichen Gründen dann das Fußballspielen aufgeben. „Der Jüngste bei uns ist 17 Jahre und der Älteste 93 Jahre“, erzählt Klaus Medwed stolz. Seit Corona kommen manche nicht mehr so oft. Das nagt bei jedem Verein. Aber wir sind in der glücklichen Lage, dass wir auch Quereinsteiger haben. Ich bin froh, dass ich eine starke Mannschaft hinter mir habe, die helfen will und sich engagiert“, erzählt der Feuerwehrkommandant. An einen besonders gefährlichen Einsatz erinnert sich Klaus Medwed – das war ein Brand in Probenzing. Ein leer stehendes altes Nebengebäude ist abgebrannt. Oberhalb befand sich eine Stromleitung und es galt, das Wohnhaus vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. „Gott sei Dank haben wir nicht so viele gefährliche Einsätze“, betont Medwed. Motivation für Aus- und Fortbildung, Zeit, Teamgeist, Kameradschaft sind Eigenschaften, die jeder als Feuerwehrmann/frau mitbringen sollte. „Freiwilligkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Jeder könnte mal in der misslichen Lage sein, dass er Hilfe braucht. Ich wünsche mir, dass Leute, die neu in eine Gemeinde kommen, sich bei einem Verein engagieren. Jeder Handgriff zählt, auch jene von den Reservisten“, unterstreicht Klaus Medwed.
Kontaktaufnahme
Aktuell läuft die Kampagne „Wir brauchen dein Feuer“. Wer sich selbst ein Bild von der Feuerwehr machen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen. Übung ist jeden Mittwoch um 19 Uhr, ebenso ist eine Kontaktaufnahme via social media und auf der Homepage möglich.


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