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OBERNBERG. Das letzte Jänner-Wochenende zieht regelmäßig Tausende bewegungsbegeisterte Menschen an den Neusiedlersee: Burgenland Extrem heißt jene Sportveranstaltung, bei der sich Ultraläufer und Geher in verschiedenen Distanzen rund um den Neusiedlersee auf den Weg machen. Die längste davon, der sogenannte Original Trail, umfasst den ganzen Neusiedlersee – insgesamt 120 Kilometer.

  1 / 2   Maja Hoche (2. v. l.) und ihr Bruder Sven Schiszler (2. v. re.) mit ihren Wegbegleitern (Foto: privat)

An jene längste Distanz wagten sich rund 730 Teilnehmer heran, nur rund ein Drittel erreichte das Ziel – unter ihnen auch Maja Hoche und Sven Schiszler vom TSV Obernberg 1885.

Die Wetterbedingungen waren sehr gut, was im winterlichen Burgenland nicht selbstverständlich ist. Kaum Wind, kein Niederschlag und Temperaturen, die nachts wenig unter Null lagen und tagsüber auf bis zu 9 Grad kletterten. „Es gibt ja viele Faktoren, die eine erfolgreiche Bewältigung einer so langen Distanz beeinflussen, selten haben alle so gut gepasst“, meint Sven Schiszler zufrieden. Durchhaltewillen und Disziplin wurden dennoch auch diesmal wieder auf die Probe gestellt. „Wir haben in den vergangenen Jahren einige Erfahrung bei diesem Ultramarsch sammeln können, wussten Ausrüstungsbedarf, Trainingsaufwand und allfällige Wetterumstürze sehr realistisch einzuschätzen, nicht zuletzt haben wir uns letztes Jahr durch Sturmböen und Regen gekämpft. Insofern stimmte uns die ausnehmend gute Wetterprognose sehr optimistisch, es auch heuer wieder zu schaffen und die Seerunde zu vollenden“, ergänzt Maja.

Ideale Startbedingungen

Trotz idealer Startbedingungen bleibt der Leistungsanspruch ein großer. Ein Marsch über eine derart lange Distanz ist auch bei gutem Wetter eine körperliche und mentale Herausforderung. Die Erschöpfung und die Strapazen machen sich insbesondere auf den letzten 30 Kilometern deutlich bemerkbar. „Wir erreichten Neusiedl, die letzte große Labestation gegen 22 Uhr. Die dort angebotene warme Suppe weckte wieder Lebensgeister, was dringend notwendig war, ehe es wieder in die frostige und sternenklare Nacht hinaus ging“, erklären die beiden. Dass sie das Anfangstempo – rund 5,5 km/h – bis ins Ziel hinein halten konnten, werten die beiden als Ausdruck guter Selbsteinschätzung. Wer es zu schnell angeht, zahlt meist einen sehr hohen Preis, wenn er überhaupt durchkommt. Wobei es bei Burgenland Extrem ganz gewiss nicht vorrangig um das Wettbewerbsmäßige geht, sondern vielmehr um ein abenteuerliches Ringen mit sich selbst und allem was dazu gehört. Dass man – ob Läufer oder Geher – an seine Belastungsgrenzen kommt, ist eine Gewissheit. Groß war deswegen die Freude bei den beiden als sie über den Tag verteilt immer wieder aufmunternde Nachrichten aus dem Freundeskreis erhielten, der daheim mit fieberte. Und leichter machte es auch eine „Tourkameradschaft“, die sich entlang des Wegs ergab – zwei weitere Teilnehmer hatten sich den beiden angeschlossen.

Leidenschaftliche Weitwanderer

„Mit Ernst Unverwüstlich – so haben wir ihn aus gutem Grund genannt – gesellte sich ab Kilometer 15 eine echte Frohnatur aus dem Salzburger Land zu uns, der in kurzen Hosen unterwegs war und uns in Momenten der Erschöpfung mit lustigen Sprüchen immer noch zum Lachen brachte. Wenig später klinkte sich mit Susanne eine charmante Niederösterreicherin in unsere Gruppe ein, die sich das erste Mal auf die 120 Kilometerrunde machte, unseren Humor teilte und unsere Erfahrung schätzte. Wir vier beschlossen, zusammen zu bleiben und die Runde gemeinsam zu beenden, was uns auch gegönnt war“, so die leidenschaftlichen Weitwanderer. Tatsächlich gelang ihnen sogar eine neue persönliche Bestzeit – nach 23 Stunden 30 Minuten - also um 4 Uhr morgens - gingen sie überglücklich über die Ziellinie.

Bereits zum fünften Mal sind Maja und Sven bei Burgenland Extrem erfolgreich angetreten. Die Tour 2025 sollte die Abschiedstour sein, da sie sich nun anderen sportlichen Herausforderungen stellen wollen. Wer sie aber von der erfolgreichen Seeumrundung erzählen hört und merkt, wie sie dabei fast ins Schwärmen geraten, der hat so seine Zweifel, ob sie nicht im nächsten Jänner wieder dem Ruf des Neusiedlersees erliegen.


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