Helferin aus St. Martin gibt in Syrien Hoffnung in der Trümmerlandschaft
ST. MARTIN/IDLIB. Adelheid Schneilinger aus St. Martin im Innkreis engagiert sich mit der Suppenküche „Mahlzeit Österreich“ in der syrischen Region Idlib. Die Hilfe des Vereins bleibt für viele Menschen überlebenswichtig.
Rund 3.000 Menschen konnte der Verein im vergangenen Jahr unterstützen: mit Lebensmitteln, Wasser, Brennholz und Winterjacken für Kinder. Doch die Lage bleibt laut Schneilinger dramatisch. Das Dorf Al-Ghadfa ist zu 90 Prozent zerstört, ein Wiederaufbau gilt als äußerst unwahrscheinlich.
Dennoch sind 510 Familien zurückgekehrt – in eine Stein- und Schuttwüste. Ähnlich trostlos ist die Situation in Sarmada und in Al-Muntar mit der Al-Amal-Schule. „Es sieht flächendeckend so aus in Syrien“, berichtet Schneilinger. „Die Syrer und auch die Kinder haben viel Arbeit vor sich.“
Zerbombte Schulen
Viele Schulen sind völlig zerbombt. Wann dort wieder regulärer Unterricht stattfinden kann, ist ungewiss. Dabei sei gerade jetzt Bildung entscheidend, um die Lücken aus 14 Jahren Krieg zu schließen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der Arbeit des Vereins auf Schulbildung: Hefte, Stifte und Malsachen wurden verteilt – Dinge, die staatliche Bücher allein nicht ersetzen können.
Gefährliche Minen
In Al-Muntar konnte zumindest eine kleine Schule neu gebaut werden. Ein „Tropfen auf dem heißen Stein“, aber ein wichtiger: Der Unterricht muss nicht mehr in Zelten stattfinden. Noch immer jedoch müssen Minen und gefährliche Kriegsrelikte entfernt werden, die Kinder immer wieder schwer verletzen.
Esspakete statt Suppenküche
Seit dem Frühjahr 2025 sind alle Suppenküchen geschlossen. Stattdessen erhalten Familien Esspakete, die einen Monat lang reichen müssen. Die Zahl der Begünstigten nimmt ab, doch die Not bleibt allgegenwärtig. Bei der Verteilung wird versucht, Familiengröße und Bedürftigkeit zu berücksichtigen – eine kaum lösbare Aufgabe in einer Region, in der fast jeder Hilfe braucht.
Schwere Schneefälle
Hinzu kommen Naturgewalten: „Die schlimmen Regenfälle und zuletzt auch Schneefälle bringen immer wieder Häuser beziehungsweise Ruinen zum Einsturz. Somit wird den Menschen auch noch diese Wohnmöglichkeit genommen.“ Gleichzeitig ist das Wasser dringend notwendig – für das kommende Frühjahr und die Landwirtschaft.
Neue Währung
Die Einführung einer neuen Währung gibt Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung. „Nun zeigen die Scheine keine Personen mehr – der Personenkult ist hoffentlich vorbei. Die Landwirtschaft hat den Vorrang, Weizen, Oliven, Maulbeeren, Baumwolle, Zitrusfrüchte und die Shami-Rosen zieren die neue Währung.“
Die alte Währung hatte laut Schneilinger die Wirtschaft zusätzlich gelähmt: Ein Dollar entsprach zuletzt rund 11.000 syrischen Lira. Einfache Einkäufe erforderten Bündel von Scheinen. Sanktionen hatten das Bankensystem blockiert. Jetzt liegt der Kurs bei etwa 100 Lira pro Dollar. „Hoffentlich trägt das bei, dass Produktionsstätten, Fabriken, Werkstätten rasch wiederaufgebaut werden und die Menschen Arbeit und Einkommen finden.“
Garten und Brunnen helfen
Kleine, konkrete Schritte zeigen bereits Wirkung. Ein Garten des Vereins liefert frisches Gemüse, eine neue Solaranlage versorgt einen Brunnen mit Strom. So gibt es Wasser für Menschen, die sich das kostbare Nass sonst nicht leisten könnten.
Dank Spenden konnte der Verein um fast 90.000 Euro in Idlib einkaufen – und Kindern wertvolle Hilfe geben.
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