Mittelschule Obernberg gewinnt den Jugendfilmpreis
OBERNBERG. Mit ihrem ambitionierten Jugendfilm „Tomanien - Demokratie stunk“ hat die Mittelschule Obernberg den DEX-Jugendfilmpreis gewonnen – und damit eindrucksvoll bewiesen, wie tiefgründig und professionell junge Filmschaffende gesellschaftliche Themen aufgreifen können. Im Zentrum des Films steht eine eindringliche Auseinandersetzung mit Demokratie, deren Bedeutung und den Konsequenzen ihres Fehlens.

Bei der Einreichung muss es sich um einen selbst produzierten Kurzfilm oder eine selbsterstellte Animation zum Thema „Demokratie und Mitbestimmung“ im weitesten Sinn handeln. Der Beitrag darf maximal drei Minuten lang sein. Dieser Demokratiepreis des oberösterreichischen Landtages würdigt filmisches Schaffen von Schülern aus Oberösterreich aller Altersklassen zum Thema Demokratie.
Gesamtsieg geht an die MS Obernberg
In drei Kategorien wurden Preise vergeben, zudem galt es, einen Gesamtsieger zu ermitteln. Die Mediendesigner der MS Obernberg konnten dabei nicht nur ihre eigene Kategorie (Filmische Umsetzung) gewinnen, sondern auch den Gesamtsieg erringen.
Die MS Obernberg setzte sich dabei gegen Teams aus weiterführenden Schulen durch. Insgesamt gab es beim DEX neun Preisnominierungen und 28 Einreichungen.
Idee zum Film
Die Idee zum Film beschreibt Louisa Danninger, die sowohl Regie führte als auch selbst vor der Kamera stand, so: „Die Hauptdarstellerin Sophie ist – wie viele Menschen heute – eher demokratieskeptisch.“ Doch diese Haltung bleibt nicht folgenlos. Im Film wird Sophie in eine düstere Zukunft katapultiert, begleitet von einem mystischen Wesen. Dort erlebt sie hautnah, was es bedeutet, wenn demokratische Strukturen fehlen: Willkür, Unterdrückung, keine fairen Gerichte und sogar die Todesstrafe prägen diese beklemmende Welt.
Historischer Zugang
Dass ein solch anspruchsvolles Thema filmisch umgesetzt wird, ist kein Zufall. Bereits vor zwei Jahren hatte die Mediendesign-Gruppe der Schule am Wettbewerb teilgenommen – damals mit Demokratie im Alltag, etwa in Schule und Familie. Für „Tomanien“ setzte sich das Team bewusst höhere Ziele. „Diesmal wollten wir uns von den anderen Beiträgen mehr abheben“, erklärt Danninger. Die Entscheidung für einen historischen Zugang brachte jedoch auch Herausforderungen mit sich: aufwendige Kostüme, komplexe Drehorte und die sensible Einbindung historischer Bezüge, etwa zur NS-Diktatur. „Man muss natürlich auch beim Filmen glaubwürdig sein“, betont sie – eine Grundlage, die durch den Geschichtsunterricht gelegt wurde.
20 Stunden Filmmaterial
Der Produktionsprozess selbst verlangte den Jugendlichen einiges ab. Über mehrere Wochen hinweg wurde jeden Donnerstag gedreht – jeweils zwei bis vier Stunden. Insgesamt entstanden rund 20 Stunden Filmmaterial, das schließlich zu einem fertigen Film zusammengeschnitten wurde. Gedreht wurde an beeindruckenden Schauplätzen wie der Burg Obernberg, dem Schloss Katzenberg und dem Landesgericht Ried. „Ohne das Entgegenkommen vor Ort hätten wir den Film gar nicht machen können“, sagt Danninger.
Auch die Darsteller waren gefordert – besonders die Hauptfiguren, die bei winterlichen Temperaturen oft in denselben Kostümen ausharren mussten. „Da wurde es schon sehr kalt“, erinnert sich Danninger. Drehpausen waren daher keine Seltenheit.
Der Einsatz hat sich gelohnt: „Tomanien“ überzeugt nicht nur durch seine filmische Qualität, sondern auch durch seine klare Botschaft: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“.


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