Innviertlerin war acht Monate mit dem Rucksack in Lateinamerika unterwegs
MEHRNBACH. Magdalena Neuhofer (27) aus Mehrnbach tauschte den Büroalltag gegen Rucksack, Abenteuer und die Freiheit des Unbekannten in Lateinamerika. Bevor sie sich die Auszeit genommen hat, oblag ihr die Büroleitung bei Rektor Koch an der Johannes Kepler Universität in Linz.

Acht Monate war Magdalena Neuhofer unterwegs. Von Costa Rica über Nicaragua und Guatemala bis nach Ecuador führte ihre Reise durch Lateinamerika – eine Auszeit, die ihr Leben nachhaltig verändert hat.
Der Entschluss, für mehrere Monate alleine loszuziehen, entstand nicht über Nacht. „Ich habe gespürt, dass ich eine Veränderung brauche“, erzählt sie. Nach Jahren, in denen sie sich stark auf ihre berufliche Laufbahn konzentriert hatte, stellte sie sich die Frage, wie ihr Leben in einem Jahr aussehen sollte. „Ich wollte etwas verändern und nicht einfach den nächsten Karriereschritt machen.“ Die Idee einer längeren Reise entwickelte sich Schritt für Schritt. Von ersten Gedanken an Saisonarbeit über Backpacking bis hin zu Freiwilligenarbeit ließ sie sich schließlich von ihrem Bauchgefühl leiten. Sie beschloss, Lateinamerika zu bereisen.
Als sie Familie, Freunden und ihrem beruflichen Umfeld von ihren Plänen erzählte, war die Überraschung zunächst groß. Doch nach dem ersten Staunen überwogen Unterstützung und Zuspruch.
Anders als viele Langzeitreisende plante die 27-Jährige ihre Reise bewusst nur grob. Gebucht waren lediglich der Flug, die erste Woche vor Ort und ein Sprachkurs. Alles Weitere ließ sie offen. Oft ergaben sich neue Ziele durch Gespräche mit anderen Reisenden oder Einheimischen.Jedes Land betrachtete sie dabei als eigenes Projekt. Sie recherchierte Highlights und Geheimtipps, tauschte Erfahrungen aus und hörte auf ihren eigenen Rhythmus. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Freiwilligentätigkeit in Nicaragua. Dort führte sie gemeinsam mit lokalen Guides Vulkanwanderungen durch. „Wir waren wie eine kleine Familie. Es hat mich überrascht, wie schnell ein Ort vertraut werden kann.“
Menschen als größte Bereicherung
Natürlich gab es spektakuläre Naturerlebnisse. Zu den Höhepunkten zählen für die Innviertlerin die Besteigung des Acatenango in Guatemala mit Blick auf einen ausbrechenden Vulkan, eine Tour durch den Amazonas und eine viertägige Wanderung durch die Anden. Auch ein vierwöchiges Yoga-Teacher-Training in Ecuador ist ein weiteres Highlight.
Doch die eindrucksvollsten Erinnerungen sind für Magdalena Neuhofer oft die unscheinbaren Momente. „Es waren die vielen kleinen Begegnungen“, sagt sie. Ein Gespräch im Bus in Costa Rica, ein gemeinsamer Filmabend mit dem Sohn eines Hostelbesitzers oder ein freundliches Gespräch mit einem einheimischen Bäcker. „Wenn man selbst offen auf Menschen zugeht, kommt diese Energie zurück.“ Gerade diese Herzlichkeit hat sie tief beeindruckt.
Vertrauen ins Leben gewonnen
Mit welchen Erwartungen sie gestartet sei? „Eigentlich mit sehr wenigen“, sagt Neuhofer. Sie kündigte ihre Wohnung in Linz, organisierte die Jobübergabe, ließ sich impfen und packte nur das Nötigste in ihren 23 Kilo schweren Rucksack. Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung. „Ich habe ein großes Vertrauen ins Leben gewonnen. Ich habe gelernt, mutig zu sein und auch einmal rechts oder links vom geplanten Weg abzubiegen.“ Durch die vielen spontanen Entscheidungen entwickelte sie eine starke Lösungskompetenz und Gelassenheit gegenüber Unsicherheiten.
Jeden Tag unzählige Entscheidungen treffen
Das Reisen allein brachte viele Freiheiten, aber auch Herausforderungen mit sich. Prägend war die ständige Reizüberflutung. „Zu Hause hat man Routinen. Auf Reisen muss man jeden Tag unzählige Entscheidungen treffen und ist stetig mit Neuem konfrontiert“, erzählt sie. Wo wird geschlafen? Wie funktioniert der Transport? Wo gibt es Geld? Besonders zu Beginn sei das manchmal überfordernd gewesen. „Zudem habe ich anfangs ein sehr hohes Reisetempo angeschlagen. Ich habe gelernt, auf mich selbst zu hören und meinen eigenen Rhythmus zu finden.“
Dem Bauchgefühl folgen
Noch bis Ende September lässt sich Magdalena Neuhofer Zeit, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Im Sommer arbeitet sie als Allroundkraft auf einer Alm – ein weiterer lang gehegter Wunsch. „Ich habe während meiner Reise gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen und Entscheidungen zu treffen, bei denen das Herz höher schlägt und die Augen strahlen.“ Menschen, die ebenfalls von einer längeren Auszeit träumen, möchte sie Mut machen: „Einfach machen und mutig sein.“ Die Reise hat ihr gezeigt, was sie wirklich braucht, wie sie sich erholt und was sie glücklich macht. Vor allem aber hat sie gelernt, dankbar zu sein. „Wenn man andere Lebensrealitäten sieht, nimmt man viel Offenheit und Demut mit nach Hause.“
Erreichbar ist die Innviertlerin Magdalena Neuhofer gerne für allgemeine Anfragen oder weitere Fragen zur Reise über Instagram unter @magdalena_nhfr oder per E-Mail an magdalena.neuhofer@ gmail.com.


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