Flugplatz Kirchheim feiert 66-jähriges Bestehen mit zweitägigen „AIR-lebnistagen“
KIRCHHEIM. Der Sportfliegerclub Ried will am Samstag und Sonntag, 11. und 12.Juli, auf dem Flugplatz in Kirchheim mit den „AIR-lebnistagen“ die Faszination Fliegen vermitteln und gleichzeitig das 66-jährige Bestehen des Flugplatzes Ried-Kirchheim feiern.

Das Flugplatzfest beginnt bei freiem Eintritt am Samstag um 15 und am Sonntag um 10 Uhr.
Für besondere Höhepunkte sorgen die Flying Bulls mit spektakulären Flugmanövern und Überflügen ihrer leistungsstarken Flugzeuge. Ebenfalls spektakulär zur Sache geht es bei Segelkunstflug-, Drohnen- und Modellflug-Vorführungen. Auch Rundflüge und Tandemfallschirmsprünge stehen auf dem Programm.
Bei einer Tombola werden von Vereinsmitgliedern gespendete Rundflüge verlost. Gleichzeitig präsentiert der SFC Ried (www.sfc-ried.at) seine moderne Flugschule sowie die vereinseigenen Motor- und Segelflugzeuge. Die Besucher dürfen in den Cockpits Platz nehmen und werden Antworten auf alle Fragen erhalten.
Am Samstag wird zusätzlich die Fliegerbar geöffnet. Das Sonntagsprogramm beginnt mit einer Feldmesse um 10 Uhr. Anschließende gibt es einen Frühschoppen mit Mittagstisch und der Musikkapelle Kirchheim.
Ebenfalls am Sonntag haben Besucher die Möglichkeit zu Skydiving, Fallschirmspringen und Tandemsprüngen.
Geschichte des Flugplatzes
1958 kaufte der flugbegeisterte Gemeindearzt von Kirchheim und Wippenham, Otto Paul, auf eigene Kosten einige Grundstücke, um darauf einen Flugplatz mit einer 400 Meter langen Graspiste zu errichten. Den ehemaligen Grundstückseigentümern sicherte er kostenlose medizinische Versorgung auf Lebenszeit zu.
Am 25. September 1960 wurde der erste Flugplatz des Innviertels eröffnet (Kennung LOLK). Zur Eröffnung kamen rund 10.000 Besucher. 1961 erwarb der SFC das erste Flugzeug, eine Jodel D140, die das Kennzeichen OE-DOP, für Dr. Otto Paul, trug.
1967 wurde der zweite Hangar gebaut, 1973 die Piste auf 600 Meter verlängert. 1985 wurde ein moderner Kontrollturm errichtet, und zwei Jahre später die Graspiste asphaltiert – damit war ein ganzjähriger Flugbetrieb möglich.
Ein Jahr später fand der erste Privatpilotenkurs statt, eine Cessna 150 wurde angekauft.
Der Höhepunkt in der Geschichte des Flugplatzes kam 2008, als die Weltmeisterschaft im Präzisions- und Navigationsflug abgehalten wurde. Dazu erfolgte ein Neubau des Towers sowie eines Gastronomiebetriebes, der die alte klassische „Fliegerkantine“ ablöste.
Harmonisches Miteinander
Während andere Flugplätze in Österreich mit Anrainerbeschwerden und Bürgerinitiativen zu kämpfen haben, hat man in Ried-Kirchheim die Öffentlichkeit hinter sich. Anrainer werden zu Flugplatzfesten eingeladen, das Flugplatzgelände wird für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Und wenn seitens der Gemeinde oder der Kirche beispielsweise aufgrund einer festlichen Aktivität die Bitte an die Flieger herangetragen wird, den Flugbetrieb temporär einzustellen, so wird dem Rechnung getragen - ein Rezept für ein friedliches Miteinander, das dazu geführt hat, dass die Bevölkerung „ihren“ Flugplatz ins Herz geschlossen hat.


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