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BEZIRK RIED. Die Caritas-Nothilfe in den Sozialberatungsstellen funktioniert nur dank der Spenden, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Freiwillige Mitarbeiter der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten.

Günther Fischinger von der Caritas-Sozialberatungsstelle Ried Foto: Caritas
Günther Fischinger von der Caritas-Sozialberatungsstelle Ried Foto: Caritas

Gerlinde P., alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, hatte mit ihrem Teilzeitjob im Gastgewerbe immer ihr Auskommen. Durch Corona wurde sie arbeitslos. Auch der Vater der Kinder ist finanziell von Corona betroffen und es kam immer wieder zu Zahlungsproblemen. Obwohl sie sehr sparsam lebt, kann sie Sonderausgaben wie Stromjahresrechnungen oder Kleidung nicht mehr bezahlen. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an die Caritas-Sozialberatung in Ried, wo sie Unterstützung erhielt. Diese erste Hilfe ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je und dank der Spenden möglich, um die bei der Haussammlung ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren im Bezirk Ried bitten.“Die Corona-Krise hat gezeigt, dass bei ohnehin niedrig bezahlten Jobs ein Arbeitsplatzverlust die Menschen an die Grenzen ihrer Existenz bringt. Nur mehr mit 55 Prozent des Verdienstes über die Runden zu kommen, ist vor allem für Alleinstehende, Alleinerziehende oder kinderreiche Familien ein Ding der Unmöglichkeit“, erklärt Günther Fischinger von der Caritas-Sozialberatungsstelle Ried. Gerlinde P. bezieht Arbeitslosengeld und die Aufzahlung der Sozialhilfe. Weil seit der Reform der Sozialhilfe die Wohnbeihilfe angerechnet wird, werden ihr vom eigentlichen Anspruch 240,50 Euro abgezogen. Was für sie eine große finanzielle Einbuße ist. „Obwohl Frau P. äußerst sparsam ist, kann sie Sonderausgaben aktuell nicht bewältigen. Die Caritas hat die Stromabrechnung übernommen, sie mit Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheinen für die Kinder versorgt“, sagt der Caritas-Mitarbeiter.

2020: Unterstützung für 207 Erwachsene und Kinder

„ Insgesamt haben wir im Vorjahr 70 Frauen, 47 Männer und 90 mitbetroffene Kinder unterstützt. Das sind gut 10 Prozent mehr als im Jahr 2019. Heuer haben wir im ersten Quartal schon 91 Gespräche geführt, das ist ein Drittel mehr als im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Caritas-Mitarbeiter Günther Fischinger. „Die Dankbarkeit der Menschen, denen wir schnell und unbürokratisch helfen, ist berührend. Manche von ihnen kennen die Caritas nur deshalb, weil sie selbst früher gespendet haben. Das zeigt, wie schnell es gehen kann, dass man von einem auf den anderen Tag nicht mehr weiß, wie es weitergeht“, sagt der Caritas-Mitarbeiter.

Caritas-Sozialberatungsstelle Ried, Terminvereinbarung Mo, Di, Do 9 bis 12 Uhr unter 0676/ 87762313


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