Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Unterschätzter Notfall Sepsis: Die „Blutvergiftung“ ist alles andere als harmlos

Rosina Pixner, 05.09.2022 09:30

RIED. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September warnt der Rieder Intensivmediziner Peter Hohenauer vor einem Krankheitsbild, das selbst bei banalen Infektionen rasch zur tödlichen Gefahr werden kann. Um die oft dramatisch verlaufende Erkrankung zu beherrschen, kommt im Krankenhaus Ried das gesamte Spektrum modernster Diagnostik und Intensivmedizin zum Einsatz.

Prim. Dr. Peter Hohenauer (Foto: KH Ried/Schrattenecker-Fischer)
Prim. Dr. Peter Hohenauer (Foto: KH Ried/Schrattenecker-Fischer)

Mehr als 28.000 Menschen jährlich erkranken in Österreich an einer Sepsis; fast jeder Vierte von ihnen stirbt. Die Erkrankung, die durch eine überschießende, organschädigende Immunantwort des Körpers auf unterschiedlichste Infektionen entsteht, zählt damit zu den häufigsten Todesursachen. Ältere Patienten mit Vorerkrankungen sind besonders betroffen, doch auch junge, ansonsten gesunde Menschen sind nicht davor gefeit. „Wir haben praktisch täglich mit septischen Patienten zu tun“, berichtet Primar Peter Hohenauer, Leiter der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Palliativmedizin am Krankenhaus Ried. Viele kommen schwerkrank, manche bereits in einem lebensbedrohlichen Zustand, ins Spital. Denn die Erkrankung kann sich sehr rasch entwickeln, während die Anzeichen anfangs recht unspezifisch sind – eine tückische Kombination. Umso wichtiger ist es, frühe Symptome ernst zu nehmen. Keinesfalls äußert sich eine Sepsis immer in einer roten Linie auf der Haut, die landläufig als Symptom einer „Blutvergiftung“ gilt. Alarmzeichen sind vielmehr ein allgemeines, rasch zunehmendes Krankheits- und Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, beschleunigte Atmung, mitunter Verwirrtheit und Sprachstörungen. Weil auch das Zentralnervensystem früh beeinträchtigt werden kann, schätzen Betroffene der Ernst der Lage oft zusätzlich falsch ein.

Jede Sepsis ist ein Notfall

Dabei zählt bei Verdacht auf Sepsis buchstäblich jede Stunde: Jede Verzögerung verschlechtert die Prognose. „Jede Sepsis ist ein Notfall. Es geht darum, rasch mit einer breiten Therapie zu beginnen und mikrobiologisches Material wie Blut oder Harn zu gewinnen, um den Erreger schnellstmöglich zu identifizieren“, erklärt Primar Hohenauer. Das können verschiedenste Bakterien sein, aber ebenso Viren (auch SARS-CoV-2) oder Pilze. Oft geht die Sepsis von einer Lungen- oder Bauchfellentzündung, einem Harnwegsinfekt oder einer Gehirnhautentzündung aus. Doch selbst Schnittverletzungen oder Insektenstiche können das fatale Geschehen in Gang setzen.

Ein Bündel an Maßnahmen

Das Innviertler Schwerpunktspital bietet bei Sepsis-Verdacht ein ganzes Bündel an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Mit dem Institut für klinische Pathologie / Mikrobiologie und dem Institut für Labordiagnostik gibt es direkt im Haus die nötige Expertise, um den jeweiligen Erreger in kürzester Zeit, durchwegs binnen 24 Stunden, zweifelsfrei zu bestimmen. Das ist Voraussetzung für eine zielgerichtete Therapie, meist mit hochwirksamen Antibiotika. Auch modernste radiologische Untersuchungsmöglichkeiten liefern wichtige Informationen. Nicht zuletzt steht im Intensivverbund des Krankenhauses das gesamte Spektrum moderner Intensivmedizin zur Verfügung, um Sepsis-Patienten erfolgreich zu behandeln und zu betreuen.

„Trotz der umfassenden Diagnostik und Therapie, die zur Verfügung steht, können nicht alle Sepsis-Patienten gerettet werden. Der Welt-Sepsis-Tag ist daher ein wichtiger Anlass, um sich dieser gefährlichen Erkrankung bewusst zu werden und entsprechende Symptome frühzeitig ernst zu nehmen“, appelliert auch Johannes Huber, der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Ried.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Gedenkgottesdienst in der Rieder Krankenhauskapelle

Gedenkgottesdienst in der Rieder Krankenhauskapelle

RIED. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried unterstützt die Angehörigen von im Krankenhaus verstorbenen Patienten mit verschiedenen ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Workshop zum Thema Gelassenheit in der Pfarre Riedberg

Workshop zum Thema Gelassenheit in der Pfarre Riedberg

RIED. Die Caritas-Servicestelle für pflegende Angehörige lädt am Mittwoch, 7. Oktober, von 16.30 bis 20 Uhr, zu einem Workshop zum Thema Gelassenheit ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Leserfoto

Leserfoto

RIED/HOHENZELL. Günter Bermadinger aus Ried hat diesen prächtigen Turmfalken in Hohenzell gesichtet. Er hat sich mit dem kleinen Regenwurm ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Energiegemeinschaften treffen sich in der Giesserei zum Austausch

Energiegemeinschaften treffen sich in der Giesserei zum Austausch

RIED. Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) bieten die Möglichkeit, Energie regional zu erzeugen, gemeinsam zu nutzen und damit die Energiewende ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Innviertler Zukunftskreise in der Giesserei Ried

Innviertler Zukunftskreise in der Giesserei Ried

RIED. Wie könnte eine Zukunft aussehen, in der gutes Leben für alle möglich ist? Mit dem Schwerpunkt „Von welcher Welt träumst du?“ laden ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Rieder Hospizmitarbeiter holen die Themen Sterben und Trauer in den Unterricht

Rieder Hospizmitarbeiter holen die Themen Sterben und Trauer in den Unterricht

BEZIRK RIED. Vor vier Jahren stellten die Hospizmitarbeiterinnen Andrea Hartinger und Gabi Thrainer das Projekt „Hospiz macht Schule“ das ...

Tips - total regionalRosina Pixner
Weitere Beiträge