Rück- und Ausblick auf 50 Jahre Unfallchirurgie im Krankenhaus Ried
RIED. Seit 50 Jahren steht die Unfallchirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried für die Versorgung von Unfallverletzten im Innviertel. Anlässlich des Jubiläums wurde bei einem Pressegespräch beim Gerhard-Erlacher-Symposium nicht nur auf die Entwicklung der Abteilung zurückgeblickt, sondern auch über die Zukunft der Unfallchirurgie diskutiert.

„Als Schwerpunktkrankenhaus sind wir uns unserer Verantwortung für die medizinische Versorgung der Region bewusst“, betonte der Ärztliche Direktor Johannes Huber. Gerade durch die Nähe zur Autobahn komme der Behandlung schwer verletzter Patienten besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig verfüge das Krankenhaus über große Erfahrung bei Haushalts- und Sportunfällen.
Eine wesentliche Entwicklung ist die Zusammenführung der bisherigen Fachrichtungen Orthopädie und Unfallchirurgie zum gemeinsamen Sonderfach „Orthopädie und Traumatologie“. Für den Ärztlichen Direktor ist es entscheidend, dass die hohe fachliche Kompetenz in beiden Bereichen erhalten bleibt. Gleichzeitig gewinnen Spezialisierung und die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern zunehmend an Bedeutung.
Verkürzung des Spitalsaufenthaltes
Arthur Schueler, Leiter der Rieder Unfallchirurgie, blickt auf eine beeindruckende Entwicklung zurück. Seit 33 Jahren ist er am Rieder Krankenhaus tätig. „Früher blieben Patienten nach bestimmten Eingriffen rund 20 Tage im Krankenhaus, heute sind es oft nur noch zwei bis drei Tage“, verdeutlichte er den medizinischen Fortschritt. Vor allem minimalinvasive Operationsmethoden hätten die Behandlung grundlegend verändert.Aktuell arbeiten sieben Fachärzte und drei Ausbildungsassistenten in der Abteilung, insgesamt stehen acht Ausbildungsstellen zur Verfügung. Besonders wichtig ist Schueler die Weitergabe des chirurgischen Handwerks an junge Mediziner. Auch die zunehmende Spezialisierung erfordere einen intensiven Austausch zwischen den Krankenhäusern.
Künstliche Intelligenz als Unterstützung
Potenzial sehen die Experten im Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits heute können KI-Programme auf Röntgenbildern Knochenbrüche erkennen. Am Rieder Krankenhaus kommt zudem ein System zum Einsatz, das anhand medizinischer Daten das Risiko für ein Delir, einen akuten Verwirrtheitszustand, einschätzt. Ein Ampelsystem unterstützt das Personal dabei, gefährdete Patienten frühzeitig zu erkennen.
Zusammenarbeit wird immer wichtiger
Auch Georg Mattiassich, ärztlicher Leiter des UKH Linz, unterstrich die Bedeutung überregionaler Kooperationen. Die unfallchirurgische Versorgung in Österreich befinde sich auf einem sehr hohen Niveau. Um dieses langfristig zu sichern, brauche es funktionierende Traumanetzwerke und eine enge Abstimmung der Kliniken. „Wer nicht kooperiert, hat das Gesundheitswesen nicht verstanden“, brachte Mattiassich seine Überzeugung auf den Punkt.
Neben KI-gestützter Diagnostik gewinnen auch Robotik und digitale Technologien bei Operationen an Bedeutung. Dennoch könne Technik die Erfahrung eines Chirurgen nicht ersetzen. „Das Gewebegefühl hat kein Roboter und keine KI“, betonte Mattiassich.








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