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SVR stellt neuen Geschäftsführer vor und will Sportkoordinator installieren

Walter Horn, 12.11.2020 20:33

RIED. Mit Anfang November hat der neue Geschäftsführer der SV Ried Fußball GmbH Rainer Wöllinger die Arbeit aufgenommen. Bei seiner Vorstellung in einer Pressekonferenz im Oberbank Business Club der „josko ARENA“ informierte er über die geplante Installation eines Sportkoordinators.

  1 / 2   Rainer Wöllinger (Geschäftsführer der SV Ried Fußball GmbH, l.) und SVR-Finanzvorstand Roland Daxl. (Foto: Tips/Horn)

Sein Vorgänger als Geschäftsführer, Roland Daxl, informierte über die Budgets der letzten Jahre und der kommenden Saison. Daxl wird weiterhin als Finanzvorstand für den Verein tätig sein.

Daxl hatte schon vor Monaten bekanntgegeben, als Geschäftsführer der SV Ried Fußball GmbH, in der der Profibetrieb des Vereins ausgelagert ist, zurücktreten zu wollen. Seinen Nachfolger fand er bei der Raiffeisenbank Region Ried, als er im Frühjahr einigen Banken die Zahlen der SV Ried präsentierte.

Daraus haben sich, so Daxl, lange und intensive Gespräche ergeben, an deren Ende Wöllingers Wechsel zur SVR stand. Daher lässt Daxl auch keine Ausreden gelten: „Er kennt alle Zahlen. Er weiß also, worauf er sich einlässt.“

Rainer Wöllinger gab zu, dass der neue Job auch für ihn überraschend kam. „Den Reiz, in einem Fußballverein arbeiten zu können, und die Chance, bei „meinem“ Verein mitzugestalten, wollte ich mir aber nicht entgehen lassen.“

Im Verein sei er „extrem schnell und gut“ aufgenommen worden: „Der Vertrauensvorschuss ist die Anstrengung wert.“

Ziele 

Kurzfristig gehe es darum, die Gönner, Sponsoren und Fans des Vereins schnell kennen zu lernen, sich einen Überblick über die Abläufe im Verein zu verschaffen, und wieder mehr Ruhe in den Verein zu bringen.

Mittel- und langfristig will Wöllinger die Stärken des Vereins mehr zur Geltung bringen und für mehr Planungssicherheit – sowohl wirtschaftlich als auch sportlich – sorgen.

„Sportkoordinator ist kein Aufpasser“

Sowohl Wöllinger als auch Daxl betonten, dass der neue Sportkoordinator „kein Aufpasser“ für Cheftrainer und Sportdirektor Gerald Baumgartner sein soll.

In den letzten Monaten habe Baumgartner in seiner Doppelfunktion mit Aufstieg und Kaderplanung und der zusätzlichen Herausforderung durch Corona aber so viel Arbeit gehabt, dass man ihn durch den Sportkoordinator entlasten will.

Der Koordinator soll vor allem vereinsintern als Bindeglied zwischen der Sportlichen Leitung, den Profis, den Jungen Wikingern, der Akademie und dem Grundlagenbereich für bessere Kommunikation und Zusammenarbeit sorgen.

Wöllinger: „Der Sportkoordinator kann viel von Baumgartner lernen. Wir müssen auch beim Scouting wieder besser werden. Da fehlt uns momentan das Netzwerk.“

Die Installierung dieses Postens ist Teil der Strukturreform des Vereins, die insgesamt mehr Professionalität bringen soll.

Budgets

Roland Daxl blickte auch auf die letzten, positiv abgeschlossenen Budgets zurück, deren Erstellung in den drei Jahren in der „falschen Liga“ nicht leicht gewesen sei. Die SVR habe in den letzten Monaten auch von der Regierung profitiert: Profis und Mitarbeiter seien in Kurzarbeit gegangen und man habe Covid-19-Sportförderungen erhalten.

Außerdem hätten Sponsoren und Fans – „die SVR-Familie“ – zu 80 Prozent auf Refundierung verzichtet, obwohl sie die versprochenen Leistungen nicht bekommen konnten.

Die aktuelle Saison ist mit 7,067 Millionen Euro budgetiert, wobei die Mehreinnahmen großteils auf TV-Geldern und höheren Sponsoreneinnahmen beruhen.

Rainer Wöllinger

Der 47-Jährige maturierte 1992 an der HBLA für alpenländische Landwirtschaft in Ursprung in Salzburg. Nach der Matura arbeitete er als Vertragsbediensteter bei der Gemeinde Hohenzell, als Bankangestellter bei der Raiffeisenbank Region Hausruck und als Wirtschaftsberater der Bezirksbauernkammer Ried. 2000 legte Wöllinger die Lehramts- und Befähigungsprüfung an der Land- und forstwirtschaftlichen berufspädagogischen Akademie Ober St. Veit, Wien, ab.

Von 2002 bis 2008 war er als Produktmanager und Prokurist bei der Österreichischen Rinderbörse tätig, von 2008 an bei der Raiffeisenbank Region Ried, zuletzt als Prokurist und Leiter der Firmenkundenabteilung.

Rainer Wöllinger wohnt in Pram, ist verheiratet mit Sabine und hat zwei Töchter und zwei Enkelkinder. In seiner Freizeit ist er seit dem Alter von zehn Jahren dem Fußball verbunden, er machte Moderationen, zum Beispiel auf der Rieder Messe, und spielte Kabarett mit Christian Putscher. 

„Bewusster“ SVR-Fan wurde er vor 25 Jahren beim Aufstieg in die Bundesliga: „Vorher habe ich zwar gelegentlich Spiele der SVR in der Landesliga und der 2. Division gesehen, aber mit dem Aufstieg wurde ich ein 'richtiger' Fan.“

Hoffnung auf Fans

Dass es noch in diesem Jahr wieder Spiele vor Fans geben wird, glaubt Wöllinger nicht. „Ich hoffe, dass wir im Jänner wieder Teile unserer Kapazitäten nützen dürfen, aber auch das ist mehr Hoffnung als Glauben.“

Durch die Geisterspiele wurde die SVR praktisch um die Aufstiegseuphorie betrogen. Der neue Geschäftsführer ist aber optimistisch, diese Euphorie im Umfeld wieder entfachen zu können, wenn wieder Zuschauer zugelassen sind „und wenn wir erfolgreich spielen“. 


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