Job Week: Mehr als 60 Betriebe im Bezirk helfen bei der Suche nach dem Traumjob
RIED. Der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt. Mittlerweile suchen Unternehmen händeringend Fachkräfte und müssen diese mit attraktiven Angeboten überzeugen. Die OÖ Job Week vom 28. März bis 2. April soll Unternehmen die Gelegenheit geben, sich mit ihren Stärken und Jobmöglichkeiten als interessante Arbeitgeber zu präsentieren.

„Derzeit haben sich dafür im Bezirk Ried mehr als 60 Betriebe angemeldet“, sagt der Rieder Wirtschaftskammer-Obmann Josef Heißbauer. Mit dieser Beteiligung sei der Bezirk landesweit sehr gut aufgestellt.
Umfangreiches Angebot
Die Palette der Angebote ist groß und reicht von „Frühstück im Betrieb“ über Betriebsführungen, Schnupper-Aktionen und Workshops bis zu Tagen der Offenen Tür. Das Motto „Arbeitgeber trifft Arbeitnehmer“ richtet sich vor allem an künftige Lehrlinge, aber auch an alle anderen, die einen Job suchen oder ihren Arbeitsplatz wechseln wollen.
Der Leiter der WK Ried, Christoph Wiesner, zählt bis jetzt mehr als 100 Veranstaltungen in der Job Week. „Die Schulen sind vorinformiert, damit es den Schülern ermöglicht wird, Firmen oder Veranstaltungen der Job Week zu besuchen.“
Lange Nacht der Lehre
Integriert in die Job Week ist die schon bewährte „Lange Nacht der Lehre“, die am Freitag, 1. April stattfindet. Andreas Foltyn, Leiter der Personalentwicklung bei FACC, ist auch der HotSpot! Innviertel Arbeitsgruppenleiter der „Langen Nacht“, an der bis jetzt 19 Firmen aus dem Bezirk und 30 im Innviertel teilnehmen. Er sagt: „Es ist uns ein großes Anliegen, die Lehre zu promoten. Die Lehre ist ein Rückgrat des Innviertels.“
Sowohl Hot Spot!-Mitglieder als auch Firmen, die nicht dabei sind, können sich dieser Kampagne noch anschließen.
Demografischer Wandel
„Mit 1.082 Lehrlingen in 387 Lehrbetrieben verzeichnen wir derzeit einen historischen Tiefststand“, sagt Josef Heißbauer. „Der demografische Wandel bremst den Aufschwung.“
Klaus Jagereder, der Leiter des AMS Ried, weist auf die aktuell sehr niedrige Arbeitslosigkeit hin, die beinahe wieder auf dem Vor-Corona-Niveau von 2019 sei. Zudem habe sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Bezirk bei stagnierender Bevölkerungszahl seit der Jahrtausendwende von etwa 18.000 auf 28.000 erhöht. Jagereder: „Mittlerweile fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern Arbeitnehmer generell.“
„Arbeitnehmer suchen sich den Betrieb aus“
Er widerspricht aber Unternehmern, die behaupten, es gäbe keine Arbeitskräfte: „Die gibt es, aber sie suchen sich den Betrieb aus, der ihnen am besten zusagt.“ Wenn an der Job Week 60 und an der „Langen Nacht“ 19 Betriebe teilnehmen, sei das zu wenig: „Es müssen viel mehr Unternehmen mitmachen, und sie müssen flexibler werden. Die Personalakquise muss sich ändern. Die Zeiten, in denen sich auf ein Inserat drei Interessenten meldeten und das Unternehmen einen aussuchen konnte, sind vorbei.“
„Im Schnitt kann ein Lehrling derzeit aus vier Stellenangeboten wählen“, fügt Christoph Wiesner hinzu. „Der Arbeitsplatz ist mittlerweile ein Produkt geworden, das man an die Leute bringen muss. Die Unternehmen müssen mit den künftigen Arbeitnehmern eine Beziehung eingehen, sie davon überzeugen, dass sie ein Teil des Teams sein wollen, das zum Beispiel Flugzeuge oder coole Möbel baut.“
Andreas Foltyn rät Unternehmen, flexibel auf die Wünsche der jungen Leute zu reagieren: „Der eine möchte nach der Lehre auf dem zweiten Bildungsweg Karriere machen, anderen ist die Work-Life-Balance wichtiger.“
Gegen die Lethargie
Klaus Jagereder ist überzeugt, dass das Potenzial bei den Jugendlichen vorhanden ist. Er kritisiert aber die Schulen: „Es tut uns weh, wie die Schulen mit Corona umgehen. Der Leistungsdruck ist weg.“ Das betreffe Schüler, deren Eltern keinen Druck machen, dass sie sich nach einer Lehrstelle umsehen, und die dann, weil es vermeintlich leichter ist, weiter die Schule besuchen. „Dabei geht es um 40 bis 50 Leute, die fehlen uns jetzt. Die Schule ist gut, aber für manche ist die Lehre besser.“
Auch Christoph Wiesner sieht negative Auswirkungen der Pandemie auf den Lehrstellenmarkt: „Es gab zwei Jahre keine Lehrlingsmesse. Das macht etwas mit den Betrieben und mit den Jugendlichen. Wir müssen den Jugendlichen alle Möglichkeiten bieten, dass sie wieder ‚ins Leben kommen‘.“ Allerdings seien auch manche Unternehmen lethargisch geworden: „Wir müssen uns wieder treffen können!“
Checkliste
Speziell für kleinere Firmen, die an der Job Week teilnehmen möchten, bietet die Wirtschaftskammer eine Checkliste, worauf man bei der Organisation von Veranstaltungen achten muss.
Kostenlose Anmeldung für Interessierte: www.jobweek.at.
Firmenanmeldungen für die Job Week sind nur noch bis Ende Februar möglich.


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