Gewässer-Rückbau bringt der Stadt einen Strand beim Brauereispitz
RIED. Die Stadt Ried will alle Fließgewässer im Stadtgebiet zurückbauen und natürlicher gestalten. Für das Projekt wurde die Stadt bereits mit dem Landessieg beim Neptun-Staatspreis für Wasserausgezeichnet. In den nächsten drei Jahren wird es umgesetzt.

Das Projekt, das, wie Bürgermeister Bernhard Zwielehner bei der Präsentation betonte, auf eine Idee der NEOS-Gemeinderätin Elisabeth Kitzmüller zurückgehe, kostet knapp 1,6 Millionen Euro. Die Kosten werden aber fast zur Gänze vom Land getragen.
Insgesamt sollen 3,75 Kilometer Bachstrecke in sieben Bauabschnitten umgebaut werden. Derzeit hätten die Oberach, der Riederbach und Teile der Breitsach den Status „erheblich veränderte Wasserkörper“, erklärt der verantwortliche Landschaftsplaner Martin Brückner. Über weite Strecken sei die Breitsach aber faktisch ein Kanal und, nicht zuletzt wegen des 400 Meter langen Tunnels, ein totes Gewässer.
„Keine Renaturierung“
Brückner legt Wert darauf, dass die Maßnahmen keine Renaturierung sind – das würde einen kompletten Rückbau der Gewässer bedeuten.
Das Projekt wäre nicht möglich ohne die Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die in den letzten Jahren rund um Ried getroffen wurden. Umwelt-Stadtrat Lukas Oberwagner: „Es soll die Fehler der vergangenen Jahrzehnte rückgängig machen, wird aber keine Verschlechterung beim Hochwasserschutz bringen.“
Heuer soll die Oberach entlang der Strecke vom ehemaligen Leitgeb-Haus bis zum Brauereispitz rückgebaut werden. Im nächsten Jahr ist der Bereich von Stöcklgras bis zum Lutz geplant. Breitsach und Ottenbach folgen 2025.
Bessere Durchgängigkeit
Ein wesentliches Ziel ist eine verbesserte Durchgängigkeit der Bäche, um Fischen und anderer Fauna eine Rückkehr zu ermöglichen. Bestehende Wehre werden teilweise umgebaut und mit Fischwanderhilfen versehen. Mit teilweise bepflanzten Buhnen, kleinen Inseln oder Halbinseln, soll die Fließgeschwindigkeit reduziert werden, so dass sich die Bäche wieder durch die Stadt schlängeln.
Sogar im Breitsach-Tunnel will man versuchen, den Fischen mit Schotterwalzen eine Möglichkeit zu geben, diese Strecke zu überwinden.
Durch ein wissenschaftliches Monitoring über sechs Jahre wird der Erfolg aller Maßnahmen überprüft.
Naherholung
Die Detailplanung ist noch nicht fix, aber beim „Brauereispitz“, dem Zusammenfluss von Breitsach und Oberach, soll durch verschiedene Maßnahmen ein kleines Naherholungsgebiet entstehen. Das Wehr vor der Brücke wird zu einer Rampe umgebaut, es werden Kieselstrände angelegt und das Ufer soll mehr werden als eine „halbschräge Wiese“. Für die Brauerei Ried, die der Grundeigentümer ist, gab es in diesem Zusammenhang höchstes Lob für die Zusammenarbeit.
Ob vor dem Brauereispitz ein Steg über die beiden Bäche errichtet wird, hängt noch vom Auftreiben weiterer Förderungen ab. Bei Normalwasser soll das Überqueren des Baches durch entsprechend platzierte Steine möglich sein.


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