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Regionale Klima-Analysen helfen den Gemeinden bei intelligenter Raumplanung

Walter Horn, 21.08.2023 19:19

RIED. Das Land stellt den Gemeinden regionale Klima-Analysen zur Verfügung, damit diese bei der Planung von Gebäuden oder Straßen berücksichtigen können, wo es Kaltluft- oder Frischluftschneisen gibt, die unbedingt erhalten werden sollen. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder und der Landes-Klimaexperte Stefan Oitzl stellten diese Analyse für Ried jetzt vor.

Klimaexperte Stefan Oitzl (l.) und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Foto: Tips / Horn)
Klimaexperte Stefan Oitzl (l.) und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Foto: Tips / Horn)

„Es ist nicht der erste Sommer mit deutlichen Veränderungen gegenüber dem, was wir gewohnt sind“, sagt der Landesrat und erklärt: „Phasen mit sehr wenig Niederschlag, die sich mit Phasen mit sehr viel Niederschlag abwechseln, Wetterkatastrophen wie südlich der Alpen, eine Steigerung der Hitzetage von vor zehn Jahren um den Faktor fünf das sind erste Vorboten der Klimakrise. Und die Menschen spüren das.“

Kaineders Folgerung: „Wir brauchen die Energiewende, wir brauchen neue Bodenschutzkonzepte und wir müssen uns anpassen an das, was schon da ist. Und wir müssen eigentlich schon seit gestern Bäume pflanzen, wo es geht.“

Fundierte Datengrundlage

Um den Gemeinden eine wissenschaftlich fundierte Datengrundlage für eine zeitgemäße Raumordnung zu geben, stellt ihnen die Abteilung Umweltschutz des Landes (Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft) regionale Klimaanalysen zur Verfügung. Die zeigen, wo es Frischluft- und Kaltluftentstehungsgebiete gibt. Diese sind vor allem in der warmen Jahreszeit wichtig, damit die Luft in den Städten auch nach heißen Tagen in der Nacht wieder abkühlen kann.

Frischluftentstehungsgebiete sind Waldgebiete oder Gebiete mit dichtem Baumbestand. Dort herrschen gegenüber waldfreien Gebieten tagsüber kühlere und nachts mildere Temperaturen.

Kaltluftentstehungsgebiete sind Flächen, die auf Grund der nächtlichen Abstrahlung stärker auskühlen als andere Flächen vor allem offene Wiesen, Felder und kahle Flächen. Wo es noch funktionierende Kaltluftschneisen gibt, sollten diese unbedingt frei bleiben und nicht durch Gebäude oder auch Straßen verbaut werden.

Kaineder: „Die Regionalklimaanalyse liefert uns die Daten, in welchen Bereichen wir vordringlich tätig werden müssen, um die Erhitzung in Zaum zu halten. Sie ist keine Verbots-, sondern eine Planungsgrundlage. Die Verantwortung für die Raumordnung bleibt bei den Gemeinden die jetzt aber auch nicht mehr behaupten können, sie hätten nicht gewusst, wo die Kaltluftschneisen sind. Wir müssen das jetzt konsequent durchziehen und gleichzeitig mit dem Rückbau von Fehlern aus der Vergangenheit beginnen.“

Ried ist „gut gekühlt“

Die Studie zeigt für jeden Ort eine Überwärmungskarte und die Frischluft- und Kaltluftentstehungsgebiete.

In Ried, das sich in einer Bodensenke des Innviertler Hügellands befindet, kann ausreichend frische Luft strömen, am unmittelbarsten aus dem Norden und Osten. Zudem ist der städtische Wärmeinseleffekt im Vergleich zu Linz nicht ganz so stark ausgeprägt. Sehr gut ist der Effekt des Geländes von Wäldern und Äckern gut sichtbar.

Durch Planungsmaßnahmen kann man erreichen, dass die Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftströme rund um Ried erhalten bleiben, damit auch zukünftig Kalt- und Frischluft in die Stadt gelangt. Dazu wäre es auch sinnvoll, die erste Objektfront am Stadtrand möglichst durchlässig zu gestalten. Dadurch kann man das Potenzial für Tropennächte im Stadtkern senken.


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