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Künstliche Intelligenz erkennt im Rieder Krankenhaus Mangelernährung

Theresa Senzenberger, 12.01.2026 15:27

RIED. Das Krankenhaus Ried setzt als erstes Spital in Oberösterreich auf ein KI-gestütztes Screening zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung.

Im Rieder Krankenhaus hilft Künstliche Intelligenz (KI) dabei, Mangelernährung festzustellen. (Foto: BHS Ried/Hirnschrodt)

Das „Personalised Risk Tool – Modul Mangelernährung“ unterstützt seit April 2025 die onkologischen Stationen und die Onkologie-Tagesklinik in Ried. Ziel ist eine bessere Versorgung der Patienten.

Entwicklung und Testphase

Schon ab März 2024 wurde das System entwickelt. Das Tool wurde anschließend in einer zweimonatigen Pilotphase getestet und mit dem bereits etablierten Vinzenz Ernährungsscreening Tool (VEST) verglichen. Die dabei gewonnenen Rückmeldungen flossen direkt in die Weiterentwicklung ein.

Seit Juni 2025 wird das KI-Tool im onkologischen Bereich flächendeckend eingesetzt. Es ermöglicht laut dem Krankenhaus eine lückenlose, frühzeitige Überprüfung auf Mangelernährung.

So funktioniert das KI-gestützte Ernährungsscreening

In den klinischen Alltag ist das System nahtlos integriert. Bei der Aufnahme der Patienten erfassen Pflegekräfte Größe und Gewicht in einer elektronischen Fieberkurve. Die KI analysiert diese Angaben automatisch gemeinsam mit Diagnosen, Laborwerten und Medikation.

Wird ein Risiko erkannt, erhält die Diätologie sofort einen Hinweis Sie führt ein vertiefendes Assessment durch und leitet gemeinsam mit den Behandlungsteams eine individuelle Ernährungstherapie ein.

Für Patienten bedeutet das vor allem eines: Zeitgewinn. Risiken für Mangelernährung werden früh erkannt – sowohl bei der Aufnahme als auch im weiteren Behandlungsverlauf. Das kann therapeutische Ergebnisse verbessern, insbesondere bei belastenden Therapien wie einer Chemotherapie. Gleichzeitig sinkt das Infektionsrisiko, während laut dem Spital Erholung, Lebensqualität und Therapietoleranz steigen.

Entlastung für Pflege und Behandlungsteams

Auch für die Mitarbeitenden bringt das System spürbare Vorteile. Das bisher manuelle Screening entfällt, die Pflege wird entlastet und die Einschätzung erfolgt einheitlich und objektiv. Die gewonnene Zeit kommt dem direkten Patientenkontakt zugute. 

„Die Einführung des KI-Tools trägt wesentlich zur ernährungstherapeutischen Versorgung bei. Wir erhalten Risikohinweise frühzeitig und können schneller reagieren – das kommt direkt den Patienten zugute“, erklärt Doris Osterkorn, Leiterin der Diätologie.

Bereichsleiter Christoph Spann betont: „Künstliche Intelligenz ersetzt niemals die Experteneinschätzung.“ Sie unterstütze jedoch dabei, Patienten mit einem Risiko für Mangelernährung zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu identifizieren. „So wird unsere Arbeit präziser und effizienter.“

Digitalisierung als Meilenstein

Für Geschäftsführer Johann Minihuber ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein. Man setze gezielt auf digitale Lösungen, wenn sie den Arbeitsalltag erleichtern, die Versorgungsqualität erhöhen und einen nachhaltigen Mehrwert schaffen. Investitionen wie diese seien zentrale Bausteine einer modernen, patientenzentrierten Medizin.


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