Neuer Stadtteil im Linzer Süden nimmt Gestalt an: Erste Mieter ziehen ein
LINZ. Auf dem Areal der ehemaligen Hiller-Kaserne in Ebelsberg ziehen die ersten Mieter ein: Mit 44 bezugsfertigen Wohnungen ist der Start für einen der größten Stadtteile in der Geschichte von Linz gemacht. Ein weiteres Gebäude mit 42 Wohnungen soll im Herbst 2026 folgen. In den kommenden zehn bis 15 Jahren sollen hier rund 3.000 Wohnungen für mehr als 6.000 Menschen errichtet werden.

Insgesamt entstehen durch die schrittweise Revitalisierung der neun Bestandsgebäude 422 Wohnungen. Die Miete liegt bei rund zwölf Euro netto pro Quadratmeter.
Bürgermeister Dietmar Prammer spricht von einem „wichtigen Stadtentwicklungsprojekt in der Geschichte von Linz“. Auf rund 32 Hektar entstehe „ein neuer, durchmischter Stadtteil mit rund 3.000 Wohnungen für mehr als 6.000 Menschen“. Damit schaffe man dringend benötigten Wohnraum. Besonders erfreulich sei, „dass wir nun einen wichtigen Meilenstein erreicht haben: 44 geförderte Mietwohnungen sind bezugsfertig und die ersten Mieterinnen und Mieter ziehen ein. Aus einer langjährigen Planung wird nun gelebte Realität.“
Auch Margit Angerlehner, Klubobfrau des OÖVP-Landtagsklubs, verweist auf die Bedeutung der Revitalisierung: „Aus alt wird neu. Die behutsame Revitalisierung der denkmalgeschützten ehemaligen Kasernengebäude lässt einen modernen, lebendigen Stadtteil entstehen. Das schafft hochwertigen, leistbaren Wohnraum.“ Die Investitionen seien zudem „ein wichtiger Impuls für die regionale Wirtschaft“ und stärkten damit auch den Standort Oberösterreich. Ihre Hoffnung sei es außerdem, dass Pendler von außerhalb dieses neue Angebot nutzen, um so auch den Verkehr zu entlasten.
Revitalisierung statt Neubau
Entwickelt wird das Sommerfeld von der Stadt Linz gemeinsam mit der WSF Privatstiftung sowie mehreren Wohnbauträgern. Die historischen Kasernengebäude stehen unter Denkmalschutz und werden nicht neu errichtet, sondern umfassend revitalisiert.
„Von Seiten des Bundesdenkmalamtes sind wir froh, dass umfangreicher denkmalgeschützter Baubestand einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte“, betont Daniel Resch, Landeskonservator für Oberösterreich beim Bundesdenkmalamt. Nachhaltige Lösungen für derart große Anlagen zu finden, sei stets komplex. Dass nun bereits die ersten Mieter den historischen Bestand beleben, sei „ein sehr positives Signal für die Zukunft“.
Die Wohnungen bieten 1,5 bis 4 Zimmer auf 32 bis 113 Quadratmetern, mit großzügigen Raumhöhen von 2,9 Metern, Fußbodenheizung, Wohnraumlüftung sowie Balkonen oder Eigengärten. Beheizt wird mit Fernwärme, auf den Dächern erzeugen Photovoltaikanlagen Strom für die Hausgemeinschaft. Eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 299 Stellplätzen sorgt für weitgehend verkehrsberuhigte Freiräume zwischen den Gebäuden.
Infrastruktur, Grünraum und Arbeitsplätze
Das Sommerfeld soll mehr sein als ein reines Wohngebiet. Geplant sind Gewerbeflächen, Nahversorgung, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie ein Gesundheitszentrum, das bereits 2025 eröffnet wurde. Herzstück des neuen Viertels wird der Sommerpark als zentrale Grün- und Begegnungszone mit Spiel- und Aufenthaltsflächen.
Christian Mitterhauser, Vorstand der WSF Privatstiftung, betont den ganzheitlichen Ansatz: „Die Planung basiert auf einem Masterplan, der eine urbane Mischung aus Wohnen, Arbeiten, sozialer Infrastruktur und großzügigen Grünflächen vorsieht. Diese ausgewogene Mischung soll für ein lebendiges Leben im Sommerfeld sorgen und Pendlerströme nachhaltig reduzieren.“ Besonders wichtig sei von Beginn an die Freiraumplanung gewesen: „Damit eine echte Parkatmosphäre entsteht, haben wir besonderes Augenmerk daraufgelegt, die groß gewachsenen Bäume des Altbestands so weit wie möglich zu schützen.“ Auch neu gepflanzte Obstbäume zur freien Entnahme für die Bewohner seien bewusst Teil des Konzepts.
Bürgermeister Prammer spricht von einer „ganzheitlichen Stadtentwicklung – mit leistbarem Wohnen, Arbeitsplätzen, Nahversorgung, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie großzügigen Grünräumen“. Schritt für Schritt entstehe hier „ein zukunftsfitter Stadtteil mit hoher Lebensqualität“.
Mit dem Einzug der ersten Bewohner beginnt nun die praktische Bewährungsprobe für ein Projekt, das den Linzer Süden in den kommenden Jahren nachhaltig prägen soll.


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