Schäden am Fischbestand können durch Besatz nicht mehr kompensiert werden
BEZIRK ROHRBACH. Ihre Not mit dem Fischotter haben die Rohrbacher Fischer, dieser war auch wieder Thema bei der Vollversammlung vor wenigen Tagen. Um gesicherte Daten über die Schäden, die der Fischotter verursacht, zu erhalten, wird jetzt mit Abfischungen begonnen.

An sechs Stellen der Steinernen und Großen Mühl wird jeweils im Frühjahr und Herbst eine Strecke von 100 Metern befischt und die gefangenen Fische zwischengehältert. Nach dem dritten Abfischen der gleichen Strecke werden alle Fische verwogen, abgemessen und wieder freigelassen. Die erste Frühjahrsbefischung findet am 23. und 24. April statt (Helfer können sich bei Geschäftsführer Walter Koller melden). Dass Handlungsbedarf besteht, weiß auch der stellvertretende Obmann des Fischereireviers Rohrbach, Johannes Wohlmacher. Für ihn ist die Problematik mit dem Fischotter eine „unendliche Geschichte. Die Schäden am Fischbestand können nicht mehr durch Besatzmaßnahmen kompensiert werden“, sagte er. Eine Regelung ist nur über die Jagd möglich, weil der Fischotter keine natürlichen Feinde hat. Die eigens gegründete ARGE Fischmarder hofft, dass noch im Herbst mit dem Abschuss der Tiere begonnen werden kann.
Eine Lösung brauchen die Fischer auch für den Biber, der sich zunehmend ausbreitet. Hier werden vom Land und den Bezirkshauptmannschaften Strategien ausgearbeitet. Verbessert hat sich indes die Gülleausbringung, die oft zu nahe an den Bächen erfolgte: 2015 gab es weniger Beanstandungen als in den Jahren davor.
Fischbestand geht zurück
Wie sich der Fischbestand in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat, zeigte Reinhard Haunschmid von der Bundesanstalt für Fischereiwirtschaft auf. Fest steht, dass es mal mehr Fische gegeben hat, die Forelle etwa geht im ganzen Mühlviertel zurück. „Mit ein Grund dafür sind Querhindernisse, aber auch Sauerstoffdefizite durch Abwassereinträge, die Prädatoren schlagen dann auch noch zu“, schilderte der Experte. Er hofft auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, die vor allem Fischaufstiegshilfen bringen soll. „Diese sind der erste Schritt zu einer guten ökologischen Situation“, ist Haunschmid überzeugt.


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