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Trotz Spitzenwert im Bezirk startet intensive Suche nach neuen Pflegeeltern

Martina Gahleitner, 14.11.2016 06:05

BEZIRK ROHRBACH. Wenn das Leben in der eigenen Familie nicht möglich ist, helfen Pflegefamilien weiter. Der Bezirk Rohrbach ist in diesem Bereich eine Hochburg: 51 Pflegekinder sind bei 34 Pflegefamilien untergebracht. Dennoch sucht die Kinder- und Jugendhilfe ständig nach weiteren Betreuungsplätzen und startet deshalb eine Informationsoffensive.
 

In Pflegefamilien können Kinder in einer richtigen Familie aufwachsen, ohne ihre Herkunftseltern zu vergessen. Symbolfoto: Wodicka

Geeignete Pflegefamilien können Paare (auch gleichgeschlechtlich) oder Einzelpersonen sein. „Mit Informationsveranstaltungen, die künftig einmal im Quartal stattfinden werden, wollen wir aktiv Pflegefamilien finden. Gleichzeitig wollen wir auf das Umfeld der Kinder und die ganze Bevölkerung zugehen und über dieses Thema informieren“, erklärt Gerhard Wallner, leitender Referent der Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft. Die meisten der 51 Pflegekinder, die derzeit im Bezirk eine neue Familie gefunden haben, kommen aus anderen Bezirken in Oberösterreich oder aus Wien; elf von ihnen sind unbegleitete minderjährige Fremde aus Syrien, Afghanistan und Somalia. Gerade für letztere ist die Unterbringung in einer Familie wichtig, weil so die Integration besser funktioniert. Die Alternative wäre ein Heim, dem man im Bezirk aber nichts abgewinnen kann. Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner: „Wir sind überzeugt, dass Pflegeeltern der bessere Weg sind, deshalb wollen wir uns weiter darauf konzentrieren.“ Schon zweimal hätte es Interessenten für die Errichtung eines Heims gegeben.

Herausfordernde Aufgabe

Auch ohne die Sprach-Hürde, wie bei minderjährigen Flüchtlingen, bleiben Pflegekinder eine Herausforderung. „Pflegeeltern müssen mit ihrem Pflegekind wie mit einem eigenen Kind leben und gleichzeitig den Kontakt zu den Herkunftseltern zulassen. Das führt oft zu Spannungen“, weiß die Sozialarbeiterin für Pflegekinder, Maria Fellmann-Ruckerbauer. Sie besucht und begleitet die Pflegefamilien regelmäßig und kennt daher ihre Sorgen und Nöte. „Oft wird unterschätzt, was Pflegeeltern alles leisten. Liebe allein ist da zu wenig“, sagt die Sozialarbeiterin und spricht die fachliche Vorbereitung und Weiterbildung, Reflexionsgespräche und die professionelle Begleitung an.

Am Dienstag, 22. November, um 9 Uhr findet in der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach (2. Stock, Zimmer  235) die erste Informationsveranstaltung zum Thema Pflegekinder und Pflegeeltern statt. Interessierte können sich über Voraussetzungen, Möglichkeiten der Anstellung, die Höhe des Pflegegeldes oder über unterstützende Angebote informieren.

Ab 2017 wird es regelmäßige Info- und Sprechtage geben: 14. Februar; 9. Mai; 8. August; 14. November; jeweils um 9 Uhr.


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