Standesämter im Bezirk Rohrbach tun sich zusammen
BEZIRK ROHRBACH. Die Standesbeamten des Bezirkes wollen künftig ihre Kompetenzen bündeln und arbeiten an einer zukunftsfähigen Lösung, von der der Bürger im besten Fall nichts spürt.

Anstatt der vielen Standesämter auf den einzelnen Gemeindeämtern soll es künftig wenige oder überhaupt nur mehr einen Standort im Bezirk geben. In der letzten Bürgermeister-Konferenz im Frühling haben die Ortschefs des Bezirkes einstimmig den Beschluss für einen begleiteten Prozess gefasst. Ein Amtsleiter-Fachkreis hat sich bereits eingehend mit dem Thema beschäftigt. Ihr Sprecher Stefan Königseder, Amtsleiter in Arnreit, erklärt: „Unsere Arbeit wird immer komplizierter und vielfältiger und da macht die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit Sinn. Hin und wieder sind einfach Fälle dabei – vor allem bei Eheschließungen – die nicht alltäglich sind. Da sind Rückfragen bei Experten nötig und so braucht es manchmal etwas Zeit, bis wir eine rechtsgültige Auskunft geben können.“ Bündelt man die Kompetenzen an einem oder wenigen Standorten im Bezirk, so würden dort Profis für Personenstandsfälle arbeiten, die eine schnelle und vor allem rechtssichere Auskunft geben können.
Dienst am Bürger
Über dem Ganzen steht ganz klar der Servicegedanke für den Bürger, wie Königseder versichert: „Das Projekt hat nichts mit Zentralisierung zu tun, sondern ist reiner Dienst am Bürger. Dieser soll und wird so gut wie nichts von der Umstrukturierung merken. Alle Standesfälle sollen weiterhin am Heimat-Gemeindeamt gemeldet werden können – mit einer Ausnahme: Die Ermittlung der Ehefähigkeit oder das „Aufgebot“, wie man früher sagte, wird künftig am zentralen Standesamt erledigt werden müssen.“ Das sei der bereits erwähnten Tatsache der oft komplizierten Eheschließungen geschuldet. Trauungen selbst werden aber weiterhin in den Gemeinden möglich sein.
Bürgermeister offen
Der Bürgermeister von Ulrichsberg, Wilfried Kellermann, ist selbst Amtsleiter und geprüfter Standesbeamter und deshalb auch in einer Arbeitsgruppe für das Projekt vertreten. Er ist guter Dinge für die Umsetzung: „Alle Bürgermeister stehen dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. Außerdem wird es im Herbst noch einige Workshops mit Bürgermeistern, Standesbeamten und Amtsleitern geben. Dort wird sich konkretisieren, welche Form die künftige Zusammenarbeit haben kann. Dazu haben wir bereits eine Erhebung über die Zahl der Standesamts-Fälle im Bezirk gemacht.“
2020 geht es los
In welcher Art und Weise das Projekt umgesetzt wird, kommt nun auf die politischen Entscheidungen in den Gemeinden an. Diese sollen bis zum Sommer 2019 fallen. Bis 1. Jänner 2020, wo das Standesamt „neu“ in Betrieb gehen soll, sind dann noch rechtliche und organisatorische Vorbereitungen zu treffen.


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