Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK ROHRBACH. Strukturelle Veränderungen stehen in der Katholischen Kirche an. Damit will man ein Modell für zeitgemäße territoriale Strukturen schaffen, das dem Wandel in Kirche und Gesellschaft Rechnung tragen soll. Pfarren werden nicht zusammengelegt, dafür aber das Miteinander von haupt- und ehrenamtlich Engagierten gestärkt.

Die Katholische Kirche will dem Wandel in Kirche und Gesellschaft Rechnung tragen. Foto: Weihbold
  1 / 2   Die Katholische Kirche will dem Wandel in Kirche und Gesellschaft Rechnung tragen. Foto: Weihbold

33 Pfarren gibt es derzeit im Bezirk Rohrbach – 14 im Dekanat Altenfelden, zwölf im Dekanat Sarleinsbach, sieben im Dekanat St. Johann. Diese werden nach derzeitigem Entwurf auf zwei Pfarren mit 18 bzw. 13 Pfarr-Gemeinden aufgeteilt; St. Martin, Niederwaldkirchen und St. Veit bilden mit weiteren Pfarr-Gemeinden aus dem Bezirk Urfahr eine eigene Pfarre. Bei allen Plänen handelt es sich noch um eine Diskussionsgrundlage, über die bis Juli in Resonanztreffen diskutiert wird.

Netz bleibt, Strukturen ändern sich

Für die Verantwortlichen geht es darum, „das Netz zu erhalten, nur die Struktur ändert sich. Haupt- und ehrenamtlich Engagierte werden im Miteinander gestärkt und besonders im Bereich der Verwaltung entlastet.“ Bischof Manfred Scheuer sagt dazu: „Es wird jede Pfarr-Gemeinde einen Seelsorger haben. Aber dieser muss nicht mit Verwaltungsaufgaben zugedeckt sein. Es sollen sich Priester auf die Seelsorge konzentrieren können und ganz nah bei den Menschen sein.“

In der Nachfolge Jesu

Nicole Leitenmüller, Regionskoordinatorin der Katholischen Jugend im Oberen Mühlviertel, versteht zwar nicht ganz, warum bekannte Begriffe, wie Dekanat oder Pfarre umbenannt werden, sieht es aber positiv, dass die Ehrenamtlichen aufgewertet werden und den einzelnen Pfarr-Gemeinden Spielraum für Innovationen gegeben wird. „Positiv ist auch, dass die Kirche in der Nachfolge Jesu handelt, in dem die Verantwortlichen aufgefordert werden, hinauszugehen und sich ganz bewusst Zeit für die Seelsorge zu nehmen. Hin zu den Leuten, wahrnehmen und hinhören, was die Menschen bewegt und anschließend Handlungsschritte setzen. Die Kirche soll für die Menschen wieder mehr ein Ort der Heimat, der Geborgenheit werden.“

Seelsorgeteams werden Herausforderung

Herausfordernd findet sie das Modell der Seelsorgeteams. „In unserer schnelllebigen Zeit finden sich nur noch wenige Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum an etwas binden wollen. Da wird es viel Überzeugungskraft brauchen“, meint Leitenmüller.

Der Kern des Modells:

Die derzeitig 487 Pfarren in OÖ bleiben als selbstständige Einheiten erhalten. Der Name ändert sich aber in Pfarr-Gemeinden. Die Grundfunktionen (Verkündigung, Liturgie, Caritas, Gemeinschaft) bleiben gleich. Jede Pfarr-Gemeinde verfügt über eigenständige Vermögensverwaltung und Selbstständigkeit. Geleitet werden sie von Seelsorgeteams, denen Priester, hauptamtliche Seelsorger und Ehrenamtliche angehören. In der übergeordneten Verwaltungseinheit kommt es zu Änderungen: Aus den bisherigen 39 Dekanaten werden rund 35 Pfarren gebildet, denen durchschnittlich 14 Pfarr-Gemeinden angehören. Diese Pfarren werden von einem Pfarrvorstand geleitet, der sich aus dem Pfarrer als Gesamtleiter und zwei Vorständen für pastorale und wirtschaftliche Angelegenheiten zusammensetzt. Es werden Angebote für mehrere Pfarr-Gemeinden gesetzt und es ist auch für Menschen gedacht, die sich keiner Pfarr-Gemeinde zugehörig fühlen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden