Bezirk Rohrbach verliert Einwohner – ein Gegensteuern ist notwendig
BEZIRK ROHRBACH. Die aktuelle Bevölkerungsprognose zeigt für unsere Region kein sehr erfreuliches Bild: Als einziger Bezirk in Oberösterreich muss Rohrbach bis zum Jahr 2040 mit Einwohnerverlusten rechnen. Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner ist aber zuversichtlich, dass man diese Prognosen noch drehen kann.

Während aus heutiger Einschätzung Oberösterreichs Bevölkerung weiter wachsen und bis 2040 dank Geburtenüberschuss und Zuzug um 107.000 Menschen auf knapp 1,6 Millionen Einwohner ansteigen wird, schaut es im Bezirk Rohrbach anders aus. Hier prognostizieren die Experten der Abteilung Statistik des Landes OÖ Einwohnerverluste von bis zu 1,5 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 2017. Alle anderen Bezirke im Land können mit Zuwächsen rechnen, wenngleich sich diese etwa in den Bezirken Kirchdorf (0,3 %), Steyr-Land (0,5 %) und der Statutarstadt Steyr (0,8 %) in Grenzen halten. Überdurchschnittlich hohe Steigerungen werden wenig überraschend für den Zentralraum mit den Umlandbezirken erwartet.
„Wir können noch einiges bewirken“
„Minus 1,5 Prozent sind nicht viel, wir hatten schon viel schlechtere Prognosen“, sieht Bezirkshauptfrau Wilbirg Mittlerlehner das Ganze nicht so dramatisch. Sie ist überzeugt, dass man noch einiges bewirken kann. „Mit einer guten Wirtschaftsentwicklung und Betriebsansiedelungen kann man gegensteuern und hier passiert aktuell sehr viel in unserem Bezirk. Viele junge Menschen schätzen die gute Lebensqualität im ländlichen Raum und kehren zurück“, zeigt sich Rohrbachs Bezirkschefin optimistisch. Sie ist sich aber der Herausforderungen bewusst und deshalb wird das Thema Zukunft auch ein Schwerpunkt bei der Bürgermeisterklausur Mitte Oktober sein.
Mehr Hochbetagte
Vor allem die Zunahme der älteren Bevölkerung stellt Gemeinden vor eine Herausforderung. Denn in allen Bezirken des Landes steigt die Anzahl der Menschen ab 65 Jahren, der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren hingegen sinkt. Bei der Generation 85+, den Hochbetagten, geht man landesweit von einem Zuwachs von gegenwärtig 36.900 auf 70.500 und damit nahezu einer Verdoppelung aus. Im Bezirk Rohrbach steigt die Anzahl der hochbetagten Menschen von 2017 bis 2040 um 92,6 Prozent. Mitterlehner sagt dazu. „Wir setzen uns intensiv mit diesem Thema auseinander und stärken die mobilen Dienste, die Altenheime und leisten auch viel Präventionsarbeit.“
Verkehrsanbindung zählt
Charakteristisch für schrumpfende Regionen, wie es der Bezirk Rohrbach großteils ist, ist nicht nur die Abwanderung junger Erwachsener, die kein adäquates Arbeitsplatzangebot für den Berufseinstieg vorfinden, sondern auch die verkehrstechnisch eher mangelhafte Erschließung. Durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur könnte dem entgegengewirkt werden, wie im südlichen Teil des Bezirks Freistadt und in großen Teilen des Bezirks Perg vorgezeigt wird: Der Bau der S10 und der Ausbau der B3 tragen zur dynamischen Entwicklung dieser Gebiete bei.


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