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ROHRBACH-BERG. Gegen Gewalt an Frauen setzten die Soroptimistinnen aus dem Rohrbacher Land ein sichtbares Zeichen und ließen den Eingangsbereich im Klinikum Rohrbach 16 Tage lang orange erstrahlen. Sie unterstützen damit eine weltweite Kampagne.

Soroptimistinnen informierten im Klinikum Rohrbach über die weltweite Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Foto: SI Club Rohrbacher Land

„Orange the World“ heißt die Initiative der Soroptimistinnen, um Gewalt an Frauen zu stoppen. „Ziel ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren, dass sie in ihrem Umfeld Gewalt gegen Frauen erkennen, hinsehen und handeln“, beschreibt Gundi Nöbauer, Ärztin und Präsidentin der Rohrbacher Soroptimistinnen. Diese informierten zwei Tage lang im Foyer des Klinikums Rohrbach bei Punsch, Früchtebrot und dem Verkauf von orangem Glasschmuck über die Kampagne.

Hilfe für Leib und Seele

Die Soroptimistinnen zeigten auf, wo Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung von äußerlich sichtbaren Verletzungen sondern um die psychologische Beratung und Betreuung. Wenn Kinder Gewalt an der Mutter erleben, wird dies oftmals auch an die nächste Generation weitergegeben. Dem gilt es vorzubeugen, in dem häusliche Gewalt von Frauen und Mädchen frühzeitig angezeigt wird. Der ärztliche Direktor Primar Peter Stumpner, der die Aktion der Sorores von Anfang an unterstützt hat, sagt dazu: „Die meisten Übergriffe werden verschwiegen, sodass eine hohe Dunkelziffer besteht. Durch richtiges Einschätzen des Verletzungsmusters oder Verletzungshergangs, sowie aus dem Verhalten der Patientin, kann der Verdacht erhoben und die Patientin zur Anzeige ermutigt werden. Bei schweren Körperverletzungen oder Unmündigen sind wir zur Anzeige bzw. zu einer Meldung verpflichtet.“

Opferschutzgruppen im Klinikum

Im Klinikum Rohrbach sind eine Kinderschutzgruppe (für Gewaltopfer unter 18 Jahre) und eine Opferschutzgruppe (für Gewaltopfer über 18 Jahre) etabliert. Zusätzlich gibt es an allen Abteilungen sowohl ärztliche als auch pflegerische Gewaltschutzbeauftragte Personen. Diese sollen Gewalt erkennen, den Verdacht behutsam anzusprechen und (diskret) auf externe Kinderschutz- und Opferschutzeinrichtungen hinweisen. Es werden regelmäßig Fortbildungen angeboten zur Spurensicherung, Dokumentation und Kommunikation mit Gewaltopfern, zusätzlich wird im Dezember mit der Entwicklung eines E-Learning-Moduls zum Thema Gewaltschutz gestartet. Vernetzungstreffen mit Krankenanstalten in Oberösterreich, mit der Polizei und Opferschutzeinrichtungen gehören ebenso dazu.


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