Jeder Schüler wird eine ordentliche Matura ablegen können
NEUFELDEN/ROHRBACH-BERG. Ab 25. Mai werden Österreichs Schüler die Zentralmatura ablegen können, wenn auch nur in drei Prüfungsgebieten und nur schriftlich.

„Es wird keine Corona-Matura“, hält Walter Jungwirth, Direktor der HTL Neufelden, gleich fest. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Schülern eine ordentliche Matura in bestmöglichem Umfeld ermöglichen können. Und diese wird keinen geringeren Stellenwert haben als vorher.“ Am 26. Mai geht es für die HTL-Schüler los. Zur Vorbereitung ist die HTL schon ab 4. Mai für die Maturanten geöffnet. „Sie werden natürlich auch die Möglichkeit haben, ihre Diplomarbeiten in der Schule zu finalisieren“, ergänzt Jungwirth.
Keine Leistungsschau
Eine Leistungsschau, die Mitte Mai geplant gewesen wäre, kann es dieses Jahr allerdings nicht geben. Wer zudem unbedingt eine mündliche Matura ablegen möchte, der wird auch dazu die Möglichkeit bekommen, betont der Schulleiter. „Der Großteil unserer Schüler maturiert aber ohnehin nur in einem Gegenstand mündlich, weil fast alle die vorgezogene Reifeprüfung zu Beginn der fünften Klasse genutzt haben.“
Eine besondere Herausforderung ist es, die für die Matura notwendige Infrastruktur zu schaffen. „Wir arbeiten daran, den Schülern EDV-Plätze mit den notwendigen Sicherheitsabständen zur Verfügung zu stellen“, sagt Jungwirth.
Gut vorbereitet zur Matura
BBS-Direktor Roland Berlinger informiert, dass es für die schriftlichen Klausurprüfungen ab 25. Mai noch ein eigenes Hygiene-Handbuch geben wird. Da geht es auch um fixe Intervalle für das Lüften oder die Reinigung von Oberflächen. „Die mündlichen Prüfungen müssen einfach aus Zeitgründen entfallen – das wäre sich bis zum Ende des Schuljahres nicht mehr ausgegangen.“
Für ihn ist wichtig, „dass die Maturanten in den letzten drei Wochen vor der Matura in der Schule sind und gut vorbereitet werden können. Auch die zwei fehlenden Schularbeiten je Klasse können noch stattfinden. Bei der Beurteilung sollen auch die Leistungen des letzten Schuljahres einfließen und so nicht alles von einer Prüfung abhängig gemacht werden“, sagt Berlinger. Er ist froh, dass die Maturanten jetzt zumindest einen Zeitplan haben und über die Rahmenbedingungen Bescheid wissen. „Wir als Schule werden jedenfalls alles tun, um die Schüler so gut wie möglich auf diese sicher in jeder Hinsicht einmalige Matura vorzubereiten.“
Fernunterricht funktioniert
Sehr positive Erfahrungen hat der BBS-Direktor mit dem Online-Unterricht gemacht. „Die Technik funktioniert trotz der intensiven Beanspruchung weitgehend einwandfrei. Die Schüler sind verlässlich und engagiert dabei. Natürlich fehlt uns allen der persönliche Kontakt, aber wir haben eine geregelte Tagesstruktur und können über die digitalen Medien in Austausch stehen.“ Eine Mutter von zwei Schülerinnen schreibt: „Ich möchte Ihnen und der gesamten Lehrerschaft ein großes Lob aussprechen. Wir befinden uns alle in einer Ausnahmesituation und der Unterricht funktioniert seit dem ersten Tag bestens. Die Schülerinnen und Schüler werden super betreut und meine Mädels sind nach wie vor motiviert und mit Freude dabei.“
Zwei Wochen in Quarantäne
Wie wichtig es ist, die Verbreitung des Virus einzudämmen, weiß Roland Berlinger aus persönlicher Erfahrung: Denn weil sich sein Bruder in seinem Arbeitsumfeld mit dem Coronavirus angesteckt hat und positiv getestet wurde, befand sich Berlinger in behördlich verordneter Quarantäne. „Ich durfte keine Besuche empfangen, keine persönlichen Kontakte haben und mein Zuhause nicht verlassen“, beschreibt er die Einschränkungen, die er zum Glück gesund überstanden hat.


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