Mehr Gewalt während der Corona-Zeit ist traurige Realität
BEZIRK ROHRBACH. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und die damit oftmals verbundene finanzielle Belastung, ließ die häusliche Gewalt während der Corona-Zeit deutlich steigen. Das ist die traurige Realität –auch bei uns im Bezirk Rohrbach.

„Die ersten zwei Wochen nach dem Lockdown waren noch sehr ruhig. Danach hat sich die Situation verschärft. Das „Aufeinanderhocken“ während der Ausgangsbeschränkung führte zu Debatten um alles Mögliche, oft aber wegen finanziellen Problemen, Überforderung durch Home-Schooling und die Sorge um die Gesundheit von Angehörigen“, erzählt Jutta Müller, Geschäftsführerin des Frauennetzwerks Rohrbach. Im letzten Jahr führte das Frauennetzwerk im Zeitraum von 1. März bis 31. Mai 17 Gewaltberatungen durch. Im selben Zeitraum heuer waren es 27. Das entspricht einem Anstieg von zehn Prozent. Manchmal gehen Täter aus dem Haus, wenn sie merken, die Situation droht zu eskalieren. „Aber das war ja nicht möglich – wo sollen sie hingehen. Zufluchtsorte wie Freunde, oder ein Gasthaus fielen weg.“
Situation entschärfen
Hat das Frauennetzwerk also normalerweise Wegweisungen ausgesprochen, so blieb auch diese Möglichkeit verwehrt. „Bei Onlineberatungen oder Telefongesprächen haben wir deshalb ganz genau geschaut, wie man die Situation trotz der Ausgangsbeschränkung entschärfen könne. Wir haben die Opfer in der Krisenintervention angeleitet, ihnen geraten, Diskussionen über Konfliktthemen wie Geld zu vermeiden, und den Tag gut zu strukturieren“, informiert Müller.
Gewalt an Kindern nicht auffallend gestiegen
Erfreulicher schaut es bei der Gewalt an Kindern aus, wie Gerhard Wallner, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach, berichtet: „Anhand der Zahlen der Meldungen wegen Kindeswohlgefährdung lässt sich bei der Kinder- und Jugendhilfe Rohrbach eine Häufung der häuslichen Gewalt wegen der Coronakrise nicht festmachen.“ Ganz im Gegenteil: Laut den Sozialarbeitern, haben sich die Familien in der Krise sehr bemüht, den Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden.


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