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Kinderkrankheiten sind keineswegs harmlos: Imfpgegner durch Aufklärung überzeugen

Martina Gahleitner, 17.10.2017 06:05

BEZIRK ROHRBACH. Auch wenn die Imfpgegner in letzter Zeit wieder etwas verstummt sind, halten sich manche Mythen hartnäckig. Geschätzte zehn Prozent der Bevölkerung stehen den Schutzimpfungen skeptisch gegenüber. Um Eltern von diesen zu überzeugen, ist Aufklärung das wirksamste Mittel, weiß Kinderärztin Isabelle Hetzmannseder.

Kleiner Pieks mit großer Wirkung. Foto: Wodicka
Kleiner Pieks mit großer Wirkung. Foto: Wodicka

Von einer gesetzlichen Impfpflicht hält Hetzmannseder wenig, dafür umso mehr von ausreichend Information. „Wenn Eltern gut aufgeklärt sind, entscheiden sie sich auch für die Impfungen für ihre Kinder“, weiß sie aus Erfahrung in ihrer Praxis in Ottensheim.

Neben den im Impfplan vorgesehen Schutzimpfungen empfiehlt sie die FSME-Impfung (Zecken) und schon bei Säuglingen den Schutz vor Meningokokken. „Diese fulminante Sepsis kann jedes Kind betreffen und innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Man muss sich über mögliche Folgen des Nichtimpfens im Klaren sein. Ich würde mir schon Vorwürfe machen, wenn ich schwere Folgeschäden oder gar den Tod vermeiden könnte, durch Impfungen, die es ja heute gibt“, gibt die Kinderärztin zu bedenken.

Viele Fälle von Masern und Keuchhusten

Im Vorjahr gab es etwa viele Fälle von Keuchhusten, auch bei den Masern trat in einem Kindergarten eine Epidemie auf. Der ehemalige Bezirksärztevertreter und Allgemeinmediziner Erwin Rebhandl aus Haslach sagt dazu: „Bei den Masern ist die Impffreudigkeit stark zurückgegangen, dabei kann diese Krankheit schwere Nebenwirkungen mit Folgeschäden haben.“ Die heutigen Impfstoffe seien sehr gut verträglich, ergänzt er. „Man muss einfach Überzeugungsarbeit leisten, denn Schutzimpfungen sind etwas Positives.“

Zeit für die Grippeimfpung

Gegen die Influenza, die echte Grippe, gibt es für Kinder übrigens einen Nasenspray-Impfstoff. Bei Erwachsenen rät Rebhandl vor allem älteren Menschen, chronisch Erkrankten und Pflegepersonal, Krankenschwestern oder auch pflegenden Angehörigen zur Impfung. Er empfiehlt bei über 65-Jährigen außerdem den Schutz vor Pneumokokken, denn jede zweite Lungenentzündung könnte dadurch verhindert werden.

Die OÖ Gebietskrankenkasse bietet bis 3. Februar vergünstigte Impfungen (15 Euro) gegen Grippe an. Mitzubringen sind Impf- und Allergieausweis.


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