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BEZIRK ROHRBACH. 46 Prozent der von Armut Betroffenen im Bezirk Rohrbach sind Kinder. Ihnen ist die Armut meistens schon in die Wiege gelegt. Die Caritas OÖ kann den Menschen helfen – dank der Spenden, um die im April und Mai wieder Ehrenamtliche bei der Haussammlung bitten.
 

Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatungsstelle Rohrbach Foto: Caritas
Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatungsstelle Rohrbach Foto: Caritas

Armut spielt sich aus Scham meistens hinter verschlossenen Türen ab und ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die Mitarbeiter in den Caritas-Sozialberatungsstellen sehen sie aber jeden Tag. Wie zum Beispiel in dem Fall einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern (drei und fünf Jahre), die bei der Caritas um Hilfe bat. Die laufenden Kosten für Wohnung, Essen und Kleidung übersteigen ihre finanziellen Möglichkeiten. Sie muss beim Ex-Mann die Alimente einklagen. Einen Antrag auf einen Unterhaltsvorschuss hat sie gestellt - aber die Bearbeitung dauert. Sie macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer Familie. „Diese Existenzängste sind eine enorme psychische Belastung, das geht meistens Hand in Hand, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert – ein Teufelskreis“, kennt Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatungsstelle in Rohrbach die Problematik.

Lage verschärft sich

Es sind Männer, Frauen und erschreckend oft auch Kinder, für die Existenzängste Realität sind. Neben Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten sind es vor allem Familien mit drei und mehr Kindern, die nicht mehr über die Runden kommen. „Durch die Deckelung der Mindestsicherung für Familien hat sich die Situation verschärft“, sagt die Caritas-Mitarbeiterin. „Braucht das Kind einen Laptop für die Schule, ist ein Bastelbeitrag fällig, wird die Waschmaschine kaputt oder eine Stromnachzahlung flattert ins Haus, bringt das das Fass zum Überlaufen. Besonders von Armut betroffen sind Familien mit vielen Kindern und Alleinerzieherinnen. Die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung im Kindergarten reißt zusätzlich ein Loch ins Budget - obwohl gerade berufstätige Alleinerzieher eine Betreuungsmöglichkeit für die Kinder bräuchten. Nicht selten haben die Menschen nur sieben Euro am Tag zur Verfügung.

Am Land gibt es keine Anonymität

In ländlichen Gegenden kommt hinzu, dass zwar das Wohnen günstiger ist, aber man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. „Ohne eigenes Auto ist es quasi unmöglich, Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut zu bringen“, sagt Ilknur Düzler. Viele arbeitende Menschen, die weniger als die Mindestsicherung von 920 Euro verdienen, trauen sich auch nicht, ihre finanziellen Ansprüche geltend zu machen. Ihr geringes Gehalt würde auf die Mindestsicherungshöhe aufgestockt werden. „Am Land gibt es keine Anonymität, deshalb scheuen viele davor zurück, am Gemeindeamt ihre Anträge einzureichen und verschulden sich lieber weiter“, kennt der Caritas-Mitarbeiterin die Problematik.

Weg aus der Krise finden

Ziel der Sozialberatung ist, dass der Caritas-Mitarbeiter mit den Betroffenen gemeinsam Wege aus der Krise finden. Im Vorjahr führte die Caritas-Mitarbeiterin, die zwei Mal pro Monat in Rohrbach ist, insgesamt 66 Beratungsgespräche. Die Überbrückung der akuten Notsituation mit Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheinen soll nur kurzfristig sein. Oberösterreichweit erreichte die Hilfe der Caritas 12.419 Menschen.

Caritas-Haussammlung unterstützen und Oberösterreicher in Not helfen

Die Hilfe der Caritas-Sozialberatungsstellen wird aus Spenden finanziert. Deshalb bittet die Caritas im April und Mai, die Haussammlung zu unterstützen. Ehrenamtliche aus den Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür und bitten um Spenden. Das Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute – und sichert das Bestehen von Caritas-Einrichtungen wie zum Beispiel den zwölf Sozialberatungsstellen, dem „Haus für Mutter und Kind“, „Krisenwohnen“, acht „Lerncafés“, in denen Kinder kostenlose Lernförderung erhalten und dem „Help-Mobil“, einer medizinischen Notversorgung für Obdachlose in Linz.


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