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ROHRBACH-BERG. Einen erfolgreichen Einstand feierte Neo UJZ Mühlviertel Bundesliga-Trainer Martin Schlögl: Die Mühlviertler konnten Multikraft Wels mit 8:6 besiegen. Bis dahin war es allerdings ein hartes Stück Arbeit.

Driton Shala wirft Michael Winkler Foto: Christian Fidler
  1 / 5   Driton Shala wirft Michael Winkler Foto: Christian Fidler

Den ersten Dämpfer für das UJZ gab es noch vor dem Wettkampf: Daniel Allerstorfer konnte nicht kämpfen. Seine Nackenverletzung stellte sich als schwerwiegender heraus als zunächst angenommen, weshalb für den WM-Siebten in den nächsten Wochen Therapie statt Kämpfen auf dem Plan steht.

Keine leichte Aufgabe also für Martin Schlögl, der somit gleich bei seinem Debüt auf der Bundesliga-Bank auf den besten heimischen Kämpfer sowie dem punktebesten der Vorsaison verzichten musste. Und dann ging auch noch der Start in den Wettkampf ziemlich in die Hose.

Verpatzter Start

Zwar war die Niederlage von Niki Rechberger gegen 60-kg-Staatsmeister Kimran Borchashvili noch zu erwarten gewesen, jedoch hatten die Heimischen dann doch mit einem Sieg bis 66 kg von Tobias Weixelbaumer gegen Thomas Haminger geliebäugelt. Der Welser konterte Weixelbaumer allerdings auf Ippon, als dieser eine Osoto-gari-Kombination versuchte.

Driton Shalas donnernder Seoinage gegen Michael Winkler hatte zwar was von Weckruf, der jedoch zum Strohfeuer mutierte: Der kroatische EM-Dritte Dominik Druzeta unterlag nämlich bis 81 kg Shamil Borchashvili mit Waza-ari für Bärenwurf. „Wenn zuerst der Weixi umfällt und dann auch noch der Dominik - das war schon ein kurzer Dämpfer“, gestand Schlögl. Das UJZ wankte, fiel aber nicht.

Trendumkehr

Wojtek Kanik hatte Schlögl bis 90 kg - also zwei Gewichtsklassen weiter oben als sonst - aufgeboten. Der Jungspund behielt allerdings gegen Oldie Marcus Eder mit zwei Waza-aris die Oberhand und verkürzte somit auf 2:3. 

Zwar hatte Peter Pfistermüller bis 100 kg gegen den georgischen 90-kg-Meister Lasha Taveluri (sehenswerter Ko-uchi-barai) nichts zu bestellen, dafür wurde Toma Nikiforov seinem Ruf vollauf gerecht. Der Belgier, der im Vorjahr sensationell Zweiter der Open-WM (WM ohne Gewichtsklassen) wurde, ließ dem Georgier Giorgi Kavtaradze, der in Oberwart heuer Zweiter wurde, wenig Chance.

Das 3:4 hielt die Hoffnungen beim UJZ am Leben.

Rechberger beeindruckte

Rechberger hatte gegen Kimran Borashvili zwar neuerlich das Nachsehen, doch dass der 17-Jährige, der eigentlich noch ein 55er ist, den 60-kg-Staatsmeister bis ins Golden Score zwang, beeindruckte.

Haminger, der sich im ersten Durchgang am Fuß verletzte, blieb zur Pause draußen, wurde von Hans-Peter Fellner ersetzt. Mit ihm machte Weixelbaumer kurzen Prozess: Sein Sasae war allererste Güte. Bis 73 kg blieb Shala im Rematch gegen Winkler neuerlich der Sieger. Diesmal mittels eines Waza-aris für einen Vazagashvili, was das UJZ erstmals in dieser Partie ausgleichen (5:5) ließ „Eine ganz starke Leistung heute von Driton“, lobte Schlögl. 

Druzeta hatte sich im zweiten Aufeinandertreffen besser auf den am Körper gehenden Shamil Borchashvili eingestellt. Eine Waza-ari-Wertung brachte er routiniert über die Zeit.

Neue Gesichter

Bis 90 kg schickten beide Teams neue Gesichter auf die Matte: Während das UJZ mit Georg Reiter wieder auf einen 73er setzte, brachte Wels mit Dominik Stegmayer wieder einen Routinier. Reiter agierte ausgebufft, machte früh ein Waza-ari für Abtaucher, dass er zum vorentscheidenden 7:5 über die Zeit rettete. „Gegen ihn ist es unangenehm zu kämpfen, weil er sich immer so auf dich draufhängt“, war Reiter danach erleichtert.

Der neu reingekommene Rainer Binder kämpfte gegen Taveluri offenkundig unerschrocken, hatte aber ebenso das Nachsehen. Somit lag es an Nikiforov das Hakerl unter die Partie zu machen, was er mittels Würger gegen Kavtaradze auch machte.

Wichtige Punkte

„Ich habe schon vor der Partie gesagt, dass das Derby gegen Wels der erste Knackpunkt der Saison sein wird“, sagte Schlögl. „Mit zwei Punkten lässt es sich nun leichter nach Reichraming (21.4.; Anm.) fahren und dann zu Hause gegen Galaxy (5.5.) kämpfen.“

Weitere Ergebnisse

Erster Tabellenführer ist Flachgau, dass den wegen der ungarischen Meisterschaften legionärslosen Aufsteiger Reichraming 11:3 besiegte. Dynamic One ist nach dem ersten Bundesligasieg seiner Geschichte, einem 9:5 bei Pinzgau, Zweiter. Dahinter das UJZ auf Rang drei. Galaxy (mit zwei Legionären) und Wimpassing (einen) trennten sich in einem rassigen Schlager 7:7.


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