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So macht Wirt sein keinen Spaß mehr: Wirte demonstrierten gegen ständige Bevormundung

Martina Gahleitner, 24.03.2015 09:00

ROHRBACH. „Enteignung“ hat Margarethe Pernsteiner auf ihrem kleinen Plakat stehen. Denn so fühlt sich die Unternehmerin, die in Kirchberg ein kleines Buffet betreibt. „Wenn ich über meine von mir gebauten, bezahlten Räume nicht mehr selbst entscheiden kann, ist das Enteignung“, sagt sie. So wie sie haben sich gestern Abend an die 200 Leute am Rohrbacher Stadtplatz eingefunden, um gegen die ständige Bevormundung zu demonstrieren.

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Zugegeben, ein wenig mehr Teilnehmer hätte sich Rohrbachs Wirteforum-Obfrau Julia Falkner schon erwartet. „Aber es waren viele Wirte persönlich da, das freut mich“, resümiert die Hofkirchnerin. „Immer wenn man meint, es könnte nicht schlimmer kommen, kommt es schlimmer. Die Rahmenbedingungen für die Gastronomie werden immer schwieriger“, spricht Falkner von den neuerlichen Diskussionen über die Raucherregelung, aber auch von der Allergenverordnung, der Registrierkassenpflicht oder dem geäußerten Generalverdacht der Steuerhinterziehung. „Das Fass ist übergelaufen“, begründet sie den Aufruf zur gemeinsamen Kundgebung.   „Traut“s euch, mutig zu sein und dagegen etwas zu sagen und zu tun“, stimmt der Schärdinger Hotelier Stefan Schneebauer ein, „wir wollen Raucher und Nichtraucher – das muss jeder selbst entscheiden können.“ Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Günther Wolfmayr (Gasthaus Vonwiller in Haslach) meint dazu: „Vor ein paar Jahren haben wir investieren müssen, um Raucher und Nichtraucher zu trennen. Jetzt soll das umsonst gewesen sein – das ärgert mich. Und wenn für uns das Rauchverbot kommt, muss das auch für die Vereinslokale gelten.“ Er kritisiert auch die überbordende Bürokratie, „der Wirt kann eigentlich nicht mehr Wirt sein.“ Alexander Froschauer aus Hofkirchen ergänzt: „Alle paar Monate müssen wir uns mit einer neuen Änderung und Regelung herumplagen, da macht das Wirt sein keinen Spaß mehr.“   Es geht um die Nahversorgung   Vollste Unterstützung bekommen Rohrbachs Wirte und Hotelbetreiber von der Wirtschaftskammer. „Da geht es um Nahversorgung: Fehlt das Wirtshaus, wird“s ernst“, will sich WK-Bezirksstellenobmann Herbert Mairhofer für die Zukunft der Wirte einsetzen. „Früher hieß es, jedes Wirtshaus ersetzt einen Psychiater. Heute braucht schon jeder Wirt einen.“

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