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Leserartikel Christian Hartl, 22.10.2015 09:33

ROHRBACH-BERG. Der Informationsbedarf rund um die bevorstehende Steuerreform ist da: Mehr als 350 Gäste kamen ins Centro, um mehr über die Eckdaten und die bevorstehende Registrierkassenpflicht zu erfahren.

Regionale Experten informierten über die Steuerreform und ihre Auswirkungen. (c) Hartl
Regionale Experten informierten über die Steuerreform und ihre Auswirkungen. (c) Hartl

Wer im kommenden Jahr das Haus übergibt zahlt mehr; Wenigverdiener haben nichts von einer Steuerreform und die Registrierkassen sind direkt mit dem Finanzamt verbunden. Diese oft recht abenteuerlichen Mythen ranken sich derzeit um die bevorstehende Steuerreform. Licht in die Sache bringen und aufklären – das war das Motto der Steuerberater Ernst Schietz, Reinhard Maureder, Helmut Krammerbauer und Ingrid Wögerbauer, die zu einer Info-Veranstaltung ins Centro geladen haben. An die 350 Gäste waren gekommen, um sich dahingehend schlauer zu machen – nicht nur Unternehmer. Gerade Personen mit durchschnittlichen Einkommen werden im kommenden Jahr mehr Netto vom Brutto am Konto haben. So wird der Steuersatz für Jahres-Einkommen bis 18.000 Euro von 36,5 auf 25 Prozent verringert. „Personen mit einem Brottogehalt von 2500 Euro im Monat ersparen sich 956 Euro im Jahr“, rechnet Maureder vor. Auch Personen, die rund 1000 Euro im Monat verdienen und bisher keine Steuern zahlten, ersparen sich am Jahresende 290 Euro.

Teuer oder günstig schenken

Wie das geht? „Negativsteuern“, erklärt Schietz. Für Arbeitnehmer ebenfalls interessant ist, dass die Arbeitnehmerveranlagung für das Veranlagungsjahr 2016 automatisiert wird. Das heißt: Sie wird automatisch vom Finanzamt gemacht, wenn keine Steuererklärung eingereicht wurde und aufgrund der Datenlage eine Steuergutschrift entsteht. Interessant wird die Lage auch bei einer Schenkung eines Hauses im Familienverband. Handelt es sich um ein durchschnittliches Einfamilienhaus im Bezirk Rohrbach, kann eine Übergabe im kommenden Jahr billiger werden. „Ist die Immobilie beispielsweise eine Villa in Seelage oder ein Zinshaus, wird die anfallende Steuer höher“, verraten Wögerbauer und Schietz.

Registierkasse polarisiert

Von brennendem Interesse war aber die Diskussion rund um die bevorstehende Registrierkassenpflicht. „Ich rate jedem Unternehmer, sich eine solche anzulegen“, erklärt Schietz. Diese müsse aber keine klassische Kasse mit Lade sein. „Es gibt auch eine Kassensoftware für den Computer, das Tablet oder Smartphone“, erklärt Krammerbauer. „Eine taugliche Software gibt es schon ab 199 Euro.“ Was sich noch ändert: Für jeden Bargeldverkehr (auch mit Bankomat- oder Kreditkarte) braucht man einen Beleg, sofern ein gewisser Gesamtumsatz überschritten wird. In Zukunft gestraft werden Unternehmen, die keine Registrierkasse haben, oder diese manipulieren.


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