Arbeiterkammer im Dauereinsatz gegen Unterentlohnung
ROHRBACH-BERG. Zu wenig angerechnete Vordienstzeiten, falsche Kollektivvertragseinstufungen oder nicht bezahlte Überstunden oder Sonderleistungen. In der Arbeiterkammer (AK) Rohrbach ist Unterentlohnung ein Dauerthema.

Schon bei ihrer Bewerbung hat eine Handelsangestellte aus dem Bezirk ihre Vordienstzeiten im Lebenslauf bekanntgegeben. „Als die Frau dann nach einem halben Jahr gekündigt wurde, haben wir festgestellt, dass bei der Einstufung die Vordienstzeiten nicht zur Gänze angerechnet wurden“, sagen Manfred Riepl und Walter Friedl von der AK Rohrbach, die ständig mit allen erdenklichen Formen des „Lohndumpings“ betroffen sind. Oft vom Dienstgeber unbewusst, oft aber auch vorsätzlich. „Insgesamt konnten wir für die Rohrbacherin fast 1000 Euro an Nachzahlungen herausschlagen“, erzählen sie. Unterentlohnung sei auch in der AK Rohrbach ein Dauerthema. So auch im Fall eines in einem Schichtbetrieb beschäftigten Leasing-Arbeiters aus dem Bezirk, bei dem der Dienstgeber auf die Auszahlung von Zulagen und eines Stundenkontos „vergessen“ hatte. 4485 AK-Mitglieder wandten sich im Vorjahr an die Arbeitsrechts-Experten, die insgesamt 1,5 Millionen Euro erkämpften.
Pension wird verringert
Die Sache mit der Unterentlohnung ist problematisch. „Die Pension wird verringert und die Betroffenen werden so doppelt bestraft“, sagt Riepl. Die AK-Experten raten, alle Unterlagen wie Dienstzettel, Arbeitsverträge, Lohnzettel oder Arbeitszeitaufzeichnungen gut aufzuheben, um bei einer möglichen Intervention diese als Beweismittel in der Hand haben zu können. Die AK fordert, Verfallsfristen für Arbeitnehmeransprüche abzuschaffen.


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