Vom schwarzen Platzhirsch, blauen Hochburgen und grünen Verlusten
BEZIRK ROHRBACH. Schwarz ist in allen Gemeinden vorne, die Grünen fahren überall Verluste ein, die Blauen freuen sich über Zuwächse von bis zu knapp 17 Prozent und Rot rutscht auf Platz 3 zurück. Wir haben die Wahl aus Bezirkssicht analysiert.

Rohrbach bleibt nach der Nationalratswahl der schwärzeste Bezirk: Die ÖVP liegt in allen Gemeinden vorne, 44,08 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme der ÖVP (+ 2,75 Prozent). „Das ist ein hervorragendes Ergebnis und auch bundesweit haben wir unser Ziel erreicht: Wir sind stärkste Partei und stellen den Bundeskanzler“, freut sich Bezirksparteiobmann LAbg. Georg Ecker über die Trendwende, die er auf den richtigen Kandidaten zurückführt. Allerdings konnten sich nicht alle mit Sebastian Kurz und seinem Programm anfreunden: In Schönegg etwa verlor die ÖVP 8,22 Prozent, in Helfenberg gab es 7,54 Prozent weniger.
FPÖ rückt näher
Die FPÖ konnte indes in genau diesen Gemeinden dazugewinnen: 13,83 Prozent mehr in Helfenberg, 12,42 Prozent Plus in Schönegg und ganze 16,95 Prozent mehr Stimmen gab es in Afiesl für die FPÖ. Beim Bezirksergebnis stehen nach dem Urnengang 29,19 Prozent vorne – ein Plus von 8,61 Prozent gegenüber der NRW 2013. „Wenn ich mir den Zuwachs in den Gemeinden und auch im Bezirk anschaue, ist das gewaltig. Trotz der Dominanz der ÖVP haben wir ein hervorragendes Ergebnis erreicht. Das ist ein Auftrag der Bürger zu einer Veränderung“, freut sich Bezirksparteiobfrau LAbg. Ulrike Wall. Sie führt den Erfolg auf einen „hervorragenden Wahlkampf zurück. „Alle meine Funktionäre haben sich unheimlich engagiert reingehängt.“
Nur mehr Platz 3 für SPÖ
Die FPÖ ist somit an der SPÖ vorbeigezogen, die 2013 noch an zweiter Stelle im Bezirk lag. Dieses Mal hat es mit 18,80 Prozent (-0,91 Prozent) nur für Platz 3 gereicht. Die stärksten Zuwächse gab es in Nebelberg (6,58 Prozent) und Helfenberg (5,17 Prozent). Bezirksparteivorsitzender Dominik Reisinger ist über dieses Bezirksergebnis „nicht glücklich“ und sieht auch bundesweit wenig Grund zur Euphorie: „Wenn man nicht Erster wird, kann man nicht euphorisch sein. Wir werden schauen was die Verhandlungen bringen.“
Grüne Verluste im ganzen Bezirk
Viertstärkste Partei im Bezirk Rohrbach sind schon die Neos, die es auf 4,14 Prozent geschafft haben (+1,82 Prozent). Die Grünen fahren in jeder Gemeinde Verluste ein und erreichen knapp 3 Prozent im Bezirk. „Das Ergebnis ist für uns erschütternd und erschwert das Arbeiten massiv“, sagt Bezirksparteiobfrau LAbg. Ulli Schwarz. „Wir haben sicher Fehler gemacht und haben die Leute nicht mehr mit unseren Argumenten überzeugen können.“ Die Grünen müssen jetzt ihre Kräfte bündeln, diese auf Bundesebene bringen und sich dort neu aufstellen, ergänzt Schwarz.
Hörbicher waren die fleißigsten Wähler im Land
Mit 68,7 Prozent Wahlbeteiligung (ohne Briefwahl) konnten sich in unserem Bundesland übrigens deutlich weniger der mehr als 1,1 Million Wahlberechtigten zum Urnengang aufraffen, als im Bundesdurchschnitt (rund 80 Prozent). Nicht so in der Rohrbacher Gemeinde Hörbich: 83,33 Prozent der Wähler machten hier von ihrem Stimmrecht Gebrauch - der Spitzenwert unter den Gemeinden im Lande.


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