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ROHRBACH-BERG. Rund ging es gestern im Centro, als bei der Lehrlingsmesse der Wirtschaftskammer Rohrbach heimische Unternehmen einen Überblick über die Jobmöglichkeiten vor der Haustür boten. Unzählige Jugendliche und ihre Eltern informierten sich über die Ausbildung mit Zukunft - und zeigten damit, dass das Handwerk wieder im Aufschwung ist.

  1 / 45   Hunderte Besucher erlebten gestern die Vielfalt der Lehrlingswelt im Bezirk Rohrbach. Praktisches zum Ausprobieren - so wie hier der Schweißroboter der PTS - gab es ebenfalls genug. Foto: Gahleitner

„Die Lehre wird wieder interessanter. Der Trend geht auf jeden Fall nach oben“, bestätigt Tischlermeister Siegfried Kepplinger aus St. Martin. Drei Jahre lang habe kein einziger Jugendlicher wegen einer Lehre angefragt oder sei zum Schnuppern gekommen, jetzt schaut es wieder besser. Allerdings, betont er, muss man schon etwas tun dafür: „Man muss ein zeitgemäßes Bild der Lehre zeigen, um Jugendliche zu überzeugen. Computergesteuerte Maschinen zählen bei den Jungen und heute gibt es ja ohnehin keine Maschine mehr ohne Bildschirm und Tastatur“, sagt Kepplinger, dessen Lehrlinge das Tischlerhandwerk von der Pike auf, vom Rohstoff bis zum fertigen Möbel, lernen.

Vom Lehrherrenmarkt zum Lehrlingsmarkt

Aktives Zugehen auf die jungen Leute - das betreibt auch Max Jauker, Spar-Kaufmann in Aigen-Schlägl mit Erfolg. „Wir haben keine Probleme, Lehrlinge zu finden. Wir sind aber auch sehr aktiv“, nennt er etwa den Tag der Fachbereiche in der Berufsschule Rohrbach als Beispiel. „Mein Vater hatte noch 100 Bewerber und ließ diese sogar einen Test schreiben. Heute bewirbt sich keiner mehr einfach so. Man muss schon bei den potenziellen Lehrlingen Anknüpfungspunkte herstellen“, sagt Jauker. Der einstige Lehrherren-Markt habe sich zum Lehrlings-Markt gewandelt. Bei der Lehrlingsmesse im Centro war er mit einem kleinen Rate-Quiz vertreten und lockte so die jungen Leute an seinen Stand. 

40 Unternehmer an einem Fleck

Insgesamt präsentierten rund 40 Aussteller aus der Region ihr Unternehmen und gaben damit einen interessanten Überblick, welche Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten der Bezirk Rohrbach zu bieten hat. Hunderte Jugendliche und ihre Eltern nutzten diese Chance, um mit den Firmenvertretern ins Gespräch zu kommen und sich über konkrete Lehrplätze zu informieren.

Das Tor in den Beruf

Als optimaler Einstieg ins Berufsleben sind die Polytechnischen Schulen in Aigen-Schlägl, Rohrbach-Berg und Neufelden die richtige Wahl, die natürlich ebenfalls allesamt vertreten waren. Groß war der Andrang etwa beim Schweißroboter der PTS Aigen-Schlägl, wo die jungen Burschen und Mädchen ohne Risiko das Schweißen ausprobierten. Als Belohnung gab's einen Gutschein für einen Cocktail, den sie sich bei den PTS-Schülern aus Neufelden abholen konnten. „Bei uns können die Jugendlichen alles ausprobieren. Sie lernen mögliche Berufe kennen und auch viel über sich selbst. Was taugt mir, was taugt mir nicht - das müssen sie feststellen können, denn nur so kommt es zur Berufszufriedenheit“, beschreibt Reinhold Petz, Direktor der PTS Aigen-Schlägl.

Gut angenommen wurden auch die angebotenen Vorträge zur Lehre mit Matura bzw. über den Weg zum Traumberuf. Die verschiedensten Info-Stände wurden von den Besuchern ebenfalls rege frequentiert.


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