Rohrbacher Erlebnisbad: "Wer zahlt die restlichen fünf Millionen Euro?"
HASLACH/BEZIRK ROHRBACH. „Wenn die ÖVP-Bezirksvertreter nach ihren Verhandlungsgesprächen mit dem Land OÖ jetzt über 7,5 Millionen Euro jubeln, stellt sich die Frage, wer den Rest von rund fünf Milionen finanzieren soll“: Mit diesen Worten reagiert SPÖ-Bezirksvorsitzender Bgm. Dominik Reisinger auf die jüngsten Meldungen rund um die Errichtung des Bezirkshallenbades. Er wehrt sich auch gegen die Vorwürfe, dass SPÖ-Gemeinden den Projektverlauf verzögern oder gar verhindern würden.

„Bislang haben nur ÖVP-Gemeinden gegen das Hallenbad gestimmt. Die SPÖ-Gemeinden Nebelberg und Haslach haben sich klar dafür ausgesprochen (Anmerkung: Haslach nur mit Vorbehalt, dass die Beiträge mit 20.000 Euro gedeckelt werden), die SPÖ-Gemeinde Julbach wird am 1. März einen positiven Beschluss fassen“, informiert Haslachs Bürgermeister und SP-Bezirksvorsitzender Dominik Reisinger. Von den 39 Rohrbacher Gemeinden haben Aigen-Schlägl, Klaffer, Neustift, St. Veit und Ulrichsberg gegen den Grundsatzbeschluss gestimmt.
Risiko eindeutig zu hoch
Zum vorliegenden Finanzierungsmodell sagt Reisinger: „Den Gemeindebeiträgen liegen äußerst optimistisch angesetzte Berechnungswerte zu Grunde. Wenn hier Faktoren wie etwa die kalkulierten Besucherzahlen oder die mit 15 Euro eher hoch angesetzten Eintrittspreise wegbrechen, erhöhen sich gleichzeitig die jährlichen Gemeindebeiträge. Dass es nach oben keine Grenzen gibt, macht das Risiko auf dieser Basis eindeutig zu hoch.“ Deshalb müsse es legitim sein, dass sich die Gemeinden ausreichend Zeit für die Diskussion nehmen und sich am Ende des Tages in einem überschaubaren Finanzierungsmodell wiederfinden wollen.
Gemeindebeiträge an Investitionskosten steigen
Auch der Anteil an den Investitionskosten sei für den Bezirk zu hoch. „Wir sind der Meinung, dass in einem finanzschwachen Bezirk wie Rohrbach die Errichtungskosten von 13 Millionen Euro großteils nur mit Landesmittel zu stemmen sind.“ Nach den Verhandlungsgesprächen (ein Bericht dazu ist hier zu lesen) bleiben rund fünf Millionen für die Gemeinden. „Mit einem Schlag steigen damit die Gemeindebeiträge, weil im Finanzierungsmodell mit vier Millionen Fremdkapital, das die Gemeinden aufnehmen müssten, gerechnet wurde“, zeigt Reisinger auf.
Unter diesen Vorzeichen wäre es vielleicht besser gewesen, den jahrelangen Aufforderungsrufen zur solidarischen Mitfinanzierung der Bezirksgemeinden für das 2012 geschlossen Hallenbad in Haslach zu folgen. Dann hätte der Bezirk Rohrbach noch ein Bad – für viel weniger Geld.


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20.02.2018 11:11
Bezirkshallenbad
Es ist vollkommen richtig, dass nur von der ÖVP geführte Gemeinden gegen das Bezirkhallenbad gestimmt haben. Es ist unredlich und leicht durchschaubar nun der SPÖ den schwarzen Peter zuzuschieben, denn alle 3 SPÖ Gemeinden stimmen dafür. Es wäre besser die Vertreter des Arbeitskreises verwenden ihre Energie und handeln mit dem Land einen akzeptablen Zuschuss aus, sodass das Projekt auch für die Gemeinden stemmbar wird (In St. Wolfgang hat es ja auch funktioniert. Die haben wohl eine bessere Lobby bei den ÖVP-Landesräten). Denn unter diesem Finanzierungsmodell könnten noch unkalkulierbare Kosten anfallen, die die Gemeinden auf Jahrzehnte schwer belasten. Wenn ich mir überlege, was das Land jährlich für eine Landesgartenschau ausgibt, auch in Aigen-Schlägl 9 Millionen Euro,, dann wundere ich mich über die angebotene mangelnde finanzielle Unterstützung für ein so wichtiges und nachhaltiges Projekt.