Auswirkungen der Kindergartengebühr werden langsam sichtbar
BEZIRK ROHRBACH. Teilweise deutliche Rückgänge auch im Bezirk Rohrbach brachte die Recherchearbeit von Studenten der FH Wien ans Licht, die die Auswirkungen der Kindergartengebühr in Oberösterreich erhoben haben. Landesweit besuchen seit deren Einführung im Februar 3450 Kinder weniger die Nachmittagsbetreuung.

63 Prozent weniger Kinder in Lembach, 58 Prozent weniger in Neufelden, Niederwaldkirchen verzeichnet ein Minus von 44 Prozent und Rohrbach-Berg von 30 Prozent: In diesen Gemeinden sind die Rückgänge prozentual gesehen am größten. Das zeigt die Rechercheplattform „Addendum“, die gemeinsam mit Studenten der Fachhochschule Wien Daten aus allen 442 Gemeinden Oberösterreichs erhoben hat. Landesweit hat sich in mindestens 162 Gemeinden die Zahl der Kinder in Nachmittagsbetreuung verringert.
Vereinbarkeit wird schwieriger
Für NEOS-Regionalkoordinator Martin Leibetseder aus St. Martin ist dieses Ergebnis keine Überraschung: „Bereits vor Inkrafttreten der Gebühren haben wir die Abmeldungswelle kommen sehen. Auch Eltern, die gerne bereit sind, für qualitative Nachmittagsbetreuung zu bezahlen, sehen sich nun einem rückläufigen Angebot an Betreuung gegenüber. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird dadurch speziell am Land zu einer noch größeren Hürde“, befürchtet er.
Evaluierung läuft
Die zuständige Landesrätin Christine Haberlander (VP) bestätigt die Zahlen nicht und will auf ihre eigene Erhebung warten. Bis Ende Juni haben die Gemeinden Zeit für die Rückmeldung des Formulars mit 17 Fragen, die Auswertung soll im August vorliegen.
Viele Gemeinden und Kindergärten wissen derzeit noch nicht, wie es nach den Sommerferien weitergehen wird. Angedacht werden müssten auch neue Betreuungsmöglichkeiten, etwa durch Tagesmütter, meint dazu ÖVP-Bezirksobmann LAbg. Georg Ecker, der sich auch die verstärkte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen vorstellen kann.


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