UPDATE: Brucellose im Mühlviertel weitet sich aus - auch zwei Menschen sind erkrankt
BEZIRK ROHRBACH/URFAHR-UMGEBUNG. Nachdem auf einem Milchviehbetrieb im Bezirk Rohrbach vor wenigen Wochen die seltene Infektionskrankheit Brucellose festgestellt wurde, wurden insgesamt 1.327 milchliefernde Rinderbetriebe in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung überprüft. Auf vier weiteren Höfen wurde der Verdacht bestätigt. Wie jetzt bekannt wurde, haben sich auch vier Menschen aus dem direkten Umfeld der Höfe infiziert, in zwei Fällen ist die Krankheit ausgebrochen.

Die zwei Erkrankten werden im Krankenhaus behandelt und sind auf dem Weg der Besserung, bestätigt Landessanitätsdirektor Georg Pamisano. Die Erkrankung führe zu hohem Fieber, sie wird mit Antibiotika behandelt. Die Sterblichkeit sei äußerst gering.
Zwei weitere Personen sind mit dem Erreger infiziert, der labortechnisch festgestellt wurde, aber sie zeigen keine Symptome.
Ansteckung durch Rohmilch
Die Ansteckung erfolgt über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten befallener Tiere oder durch den Konsum von Rohmilch. Für Konsumenten besteht aber keine Gefahr, weil die betroffenen Betriebe keine Direktvermarktung betreiben. Sie liefern die Milch an Molkereien, wo beim Pasteurisieren die Erreger abgetötet werden.
Für Milchanlieferung und Tierverkehr gesperrt
Aktuell sind die vier Milchviehbetriebe, die positiv auf Brucellose getestet wurden, für Milchanlieferung und Tierverkehr gesperrt. Die bereits zuvor ergangene Beprobung aller direktvermarktenden Milchviehbetriebe erwies sich als negativ. Es besteht demnach keinerlei Gefahr für die Konsumenten.
Bei den weiteren getesteten 1.323 Milchviehbetrieben in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung wurde der Erreger nicht festgestellt. Erstmals aufgetreten war Brucellose Mitte Juni im Bezirk Rohrbach. Bei der Hälfte der rund 100 Milchkühe wurde die Krankheit diagnostiziert. Die Tiere mussten notgeschlachtet werden.
Gesamter Tierbestand überprüft
Die Behörde hat alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um ein weiteres Ausbreiten der Tierseuche zu verhindern. Der Veterinärdienst des Landes OÖ hat am Dienstag Vormittag die gesamten Tierbestände der betroffenen Betriebe überprüft. Aktuell werden sämtliche Tierbewegungen dieser Betriebe erhoben.
Brucellose führt zu Abortusfällen und verendeten Kälbern. Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Verbreitung des Erregers zu vermeiden. Österreich ist seit mehr als zwei Jahrzehnten amtlich anerkannt Brucellose-frei, ebenso wie die Nachbarländer.


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