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Expertenstudien fertig: Erdkabel im Mühlviertel ist technisch machbar, aber teuer

Petra Hanner, 29.11.2018 10:06

MÜHLVIERTEL. Sachlich und ruhig verlief diesmal die bereits 4. Regionskonferenz zur geplanten Mühlviertler 110 kV-Leitung im Centro Rohrbach. Zentrale Themen waren die Ergebnisse der Expertisen über die technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Erdkabel-Variante.

Die IG Landschaftsschutz bekräftigte vor der Regionskonferenz ihre Forderung nach einem fairen Dialog und wurden nicht enttäuscht. Foto: Hanner

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine Erdkabel-Variante technisch machbar wäre, jedoch mit einem deutlichen Mehraufwand gegenüber einer Freileitung. Lothar Fickert von der Technischen Universität Graz stellte die technische Studie vor. Bei einer kompletten Erdkabellösung zwischen Rainbach und Rohrbach ohne Begleitmaßnahmen, so das Ergebnis, würde zu wenig sogenannter „Kabelreserve“ vorliegen. Dadurch sind entweder eine Freileitung oder ein technisch aufgerüstetes Erdkabel realisierbar. Das heißt, man müsste in den Umspannwerken am jeweiligen Kabelende jeweils zwei Trenntransformatoren errichten. Fickert machte am Schluss seiner Ausführungen deutlich: „Ob es ein Erdkabel für das Mühlviertel gibt oder nicht, ist jetzt eine politische Entscheidung. Es geht, aber es muss der Wille dazu da sein.“

Dreifache Kosten

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das Erdkabel unter Berücksichtigung der Materialkosten, Montage- und Tiefbaukosten, der Aufwendungen für Entschädigungen und der Engineering-Kosten in etwa dreimal so teuer wie eine Freileitung. Das führten die für die Studie beauftragten Wirtschaftsspezialisten der Kanzlei Ernst & Young aus. Allerdings, so der Einwand von Günter Pötscher von der wieder anwesenden Interessensgemeinschaft Landschaftsschutz, seien hier etwa die Entwertungen der betroffenen Liegenschaften, aber auch die volkswirtschaftlichen Kosten noch nicht eingerechnet. 

Alles prüfen

Wirtschaftslandesrat Michael Strugl stellte sich am Abend den Fragen des Publikums und machte klar: „Eigentlich sollten zum heutigen Zeitpunkt bereits alle Entscheidungen auf dem Tisch sein. Allerdings werden immer wieder neue Argumente und Vorschläge ins Feld geführt, die wir genau prüfen wollen. Eine weitere Regionskonferenz wird nötig sein. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass am Ende nicht alle mit der letztendlichen Entscheidung zufrieden sein werden.“ Die Notwendigkeit einer besseren Energieversorgung des Mühlviertels solle man, so Strugl, im Sinne einer guten Wirtschaftsentwicklung immer im Auge behalten.

Lob für bessere Kommunikation

Von der IG Landschaftsschutz, die Dominik Revertera als Sprecher des Abends auserkoren hatte, gab es diesmal lobende Worte für die bessere Kommunikation und Kooperationsbereitschaft des Landes Oberösterreich und des Netzbetreibers Netz OÖ. „Dieser Abend ist ein Beweis dafür, aber auch das Eingehen auf unsere Wünsche nach professioneller Information“, so Revertera. Gottfried Mitterlehner von der IG brachte allerdings ein, dass man zu diesem Zeitpunkt ohne die bisherige Arbeit der IG Landschaftsschutz gar nicht erst über ein Erdkabel diskutieren würde.


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