Rohrbachs Unternehmer nehmen die Situation sehr ernst
BEZIRK ROHRBACH. Auf Notbetrieb heruntergefahren ist die heimische Wirtschaft angesichts der aktuellen Lage. Nachdem aber am Wochenende noch viel Unklarheit herrschte, haben sich die heimischen Unternehmen auf die Situation notgedrungen eingestellt.

Am Wochenende seien die Telefone schon heiß gelaufen, bestätigt der neue Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Andreas Höllinger, viele hätten nicht gewusst, ob sie aufsperren dürfen oder nicht. Nachdem aber die Liste der WK rausgegangen ist, hätten sich alle darauf eingestellt. „Die Rohrbacher nehmen die Sache wirklich sehr ernst“, schildert Höllinger seine Eindrücke, „die Unternehmer sind zwar besorgt, wie es mit ihren Betrieben und den Arbeitsplätzen weitergeht, aber es ist auch Vertrauen in sich selbst und die Bundesregierung spürbar“, sagt der Agenturchef aus St. Martin, der selbst in seinem Unternehmen auf Homeoffice umgestellt hat.
Leichterer Zugang zur Kurzarbeit
Schwierig seien vor allem die arbeitsrechtlichen Verhältnisse: ob um Kurzarbeit angesucht werden soll oder die Mitarbeiter in Urlaub gehen sollen. Höllinger rät hier zum Klick auf die Webseite der Wirtschaftskammer (wko.at). Hier gebe es unter dem Coronavirus-Link stets aktuelle Informationen für jede Branche.
Der Bund hat bereits ein Hilfspaket geschnürt, das unter anderem den Zugang zur Kurzarbeit erleichtert, auch für jene Betriebe, die dieses Instrument bisher nicht genutzt haben. Um den Wirtschaftskreislauf in Gang zu halten, gibt es ein breites Unterstützungsangebot für Betriebe, die in Liquiditätsprobleme geraten und auch Hilfe für besondere Härtefälle.
Alle Branchen betroffen
Beim Rohrbacher Arbeitsmarktservice gab es zwar schon viele Anfragen zur Kurzarbeit, aber noch keine konkreten Ansuchen, informiert AMS-Leiterin Doris Steiner. „Das Prozedere wurde vereinfacht, aber jeder Unternehmer muss sich gut überlegen, ob Kurzarbeit das richtige Mittel in dieser Situation ist.“ Die AMS-Berater im Service für Unternehmen sind auf jeden Fall massiv beschäftigt, um telefonisch zu beraten. „In erster Linie betrifft das die Gastronomie und Hotellerie sowie Transportunternehmen, aber eigentlich sind alle Branchen betroffen“, weiß Steiner.
Kontakt minimieren
Zugang zum AMS haben in der aktuellen Situation nur jene, die einen Arbeitslosen-Antrag stellen wollen. „Alle anderen Beratungen, alle Kurse und auch Einzelcoachings wurden eingestellt“, informiert die AMS-Leiterin, die generell rät, sich telefonisch (Tel. 050 904 440) oder per E-Mail (ams.rohrbach@ams.at) zu melden, um die persönlichen Kontakte zu minimieren.
Mitarbeiter im Handel brauchen besonderen Schutz
Während viele Geschäfte und Betriebe geschlossen bleiben, sind die Mitarbeiter im Handel dem Corona-Risiko in besonders hohem Maß ausgesetzt. Spar Kastner in St. Martin hat darauf reagiert und bereits am Wochenende eine Schutzwand aus Plexiglas von einem Glasereibetrieb vor der Kassa installieren lassen. Der Wirtschaftsbund Rohrbach ermuntert andere Unternehmen, es Spar Kastner gleichzutun und hat eine Liste mit Glasereien, die trotz eingeschränktem Betrieb eine solche Schutzwand aufstellen können, an die Handelsunternehmen verschickt. WK-Obmann und Wirtschaftsbund-Obmann Andreas Höllinger ergänzt: „Die Betriebe in der Region unterstützen sich gegenseitig, um die Situation so gut wie möglich zu meistern.“ Das gilt beispielsweise auch für die auf Betriebshygiene spezialisierte Firma Purolex aus Aigen-Schlägl: Dort arbeitet man auf Hochtouren daran, Betriebe mit Hygienemitteln zu versorgen.


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