Umsatzeinbruch bei kleinen Lebensmittel-Handwerkern: „Die Grundversorgung wollen wir unbedingt aufrecht erhalten“

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 06.04.2020 07:47 Uhr

ROHRBACH-BERG/BEZIRK. Auch wenn viele Menschen jetzt den Wert der regionalen Versorgung entdecken, gefährden wegfallende Umsätze regionale Lebensmittel-Handwerker.

„Natürlich macht man sich Sorgen um die Zukunft“, sagt Bäckermeister Peter Oberngruber und spricht damit wohl für viele seiner Branchenkollegen. „Wie geht es mit unserem Betrieb weiter? Wie können wir unsere Mitarbeiterinnen durch diese Zeit bringen, ohne jemanden kündigen zu müssen? Viel Zeit, um zur Ruhe zu kommen, bleibt da für uns nicht“, sagt der zweifache Familienvater, der mit seiner Frau Simone den Betrieb in Rohrbach-Berg führt.

Der Umsatz ist zwar nicht komplett weggebrochen, „aber wir haben einen Rückgang von mehr als 50 Prozent. Brot ist ein Grundnahrungsmittel und diese Grundversorgung wollen wir unbedingt aufrecht erhalten.“ Deshalb wurde ein Zwei-Schichtbetrieb eingeführt und unter strengen Sicherheits-Maßnahmen wird in der Backstube und im Verkaufslokal gearbeitet.

Einen Tag viel, am anderen nichts

Herausforderung ist das veränderte Einkaufsverhalten: „An einem Tag wird vieles auf Vorrat gekauft, am nächsten eben nicht. Wir versuchen uns auf diese Situation einzustellen“, bittet Oberngruber um Nachsicht, wenn nicht alles so läuft wie gewohnt. Er hofft, dass die Kunden seiner Bäckerei weiterhin die Treue halten, auch wenn es derzeit nicht einfach ist.

Großkunden fallen weg

Ein Wunsch, den viele Lebensmittel-Handwerker jetzt haben. Bäcker, Fleischhauer, Konditoren und verarbeitende Betriebe haben zwar geöffnet und sichern die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln, aber der Wegfall von Kunden aus Gastronomie, Hotellerie und Catering, sowie das stark rückläufige Jausengeschäft machen ihnen schwer zu schaffen. Da Konsumenten vermehrt auch gleich Fleisch, Wurst, Brot und Mehlspeisen im Supermarkt kaufen, haben Handwerksbetriebe mit bis zu 90 Prozent Umsatzrückgang zu kämpfen. „Auf Dauer können unsere handwerklichen, oft klein strukturierten Handwerksbetriebe das nicht verkraften“, betont Landesrat Max Hiegelsberger. Unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sollten Einkäufe daher verstärkt bei lokalen Betrieben getätigt werden. Viele Betriebe bieten auch Lieferdienste an. 

www.lieferserviceregional.at/rohrbach

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