ROHRBACH-BERG. Wenn zwei Filzerinnen auf demselben Markt stehen, liegt Konkurrenz in der Luft – oder sie machen gemeinsame Sache, wie etwa in der Osterwoche im Pflegerhof.

Am Karfreitag und Karsamstag sind zwei Filzerinnen im Pflegerhof zu Gast, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Ulrike Müller-Kaspar verarbeitet ausschließlich die Wolle einheimischer Schafe, von Bergschafen über Steinschafen bis zu Walliser Schwarznasen, und ihre Werke sind eher handfest und stabil; Andrea Oppel bevorzugt hochfeine Merinowolle und auch mal Seide und zaubert daraus zarte Hautschmeichler. Ulrike arbeitet traditionell von eigener Hand; Andrea greift zu einem umgebauten Schwingschleifer.
Mit so unterschiedlichen Materialien und Techniken erzeugen sie im Pflegerhof Filz, der ältesten bekannten Form textiler Produkte. Ach ja – Gemeinsamkeiten gibt es auch: Beide färben ihre Wolle selbst, um die Farbpalette zu bekommen, von der sie gerade träumen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden