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NEUFELDEN.Das Jubiläumsjahr anlässlich des 200sten Geburtstages von Anton Bruckner macht auch die Region entlang der Großen Mühl zur Bühne: Heim.Art-Künstler Joachim Eckl schafft gemeinsam mit dem amerikanischen Künstler Michael Pisaro eine Bruckner-Bläser-Brücke zwischen der Staumauer in Neufelden und der Nibelungenbrücke in Linz.

Die Staumauer in Neufelden ist die erste Station der Bruckner-Bläser-Brücke. (Foto: Gahleitner)
  1 / 2   Die Staumauer in Neufelden ist die erste Station der Bruckner-Bläser-Brücke. (Foto: Gahleitner)

Neufelden spielte im Leben des 1824 in Ansfelden geborenen Komponisten eine wichtige Rolle. Er war mehrmals hier, weil er die Bürgerstochter Josefine Lang-Weilnböck verehrte und spielte auch an der Kirchenorgel. „Sicherlich hat er auch Ausflüge im wildromantischen Schluchttal der Großen Mühl gemacht“, ist Joachim Eckl überzeugt. „Und vielleicht hat diese Landschaft, in der die Große Mühl ihre beeindruckende Coda, ihre Musik spielt, bevor sie in die Donau mündet, Bilder für seine 4. Symphonie, die Romantische, hervorgerufen.“

Hier schließt das Projekt von Eckl an: In der seit dem 19. Jahrhundert massiv veränderten Landschaft soll Musik aus dem Finalsatz von Bruckners „Romantischen“ erklingen, adaptiert von Michael Pisaro, wie Eckl erklärt: „Die Partitur ist aus Material der Coda entwickelt. Der Fluss, sein Lauf, die Bewegung und Geschwindigkeit des Wassers bilden das verbindende, lebendige Bewegungsorgan und den gemeinsamen Resonanzraum.“

100 Bläser am Fluss

100 bis 150 Bläser aus den Landesmusikschulen und dem OÖ Blasmusikverband nehmen für die „Melodische Strömungen am Fluss“ am 7. Juli 2024 Aufstellung an Publikumsorten entlang des Flusslaufes von Neufelden bis zur Nibelungenbrücke in Linz und lassen Brucknerklänge mit Natur, Technik, Zivilisationslärm und Fluss verschmelzen. So entsteht „eine Brücke zwischen Himmel und Erde, Natur und Kultur, Innen und Außen. Wir wollen Bruckners Musik in einem neuen Musikverständnis ehrfürchtig wiederbeleben.“ Joachim Eckl, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der Großen Mühl beschäftigt, geht es dabei auch darum, den Fluss in den Mittelpunkt und ins Bewusstsein zu rücken.

Landschaftskomposition

Michael Pisaro gibt mit dem großen Kompositionsauftrag konventionelle Notation, aber auch Anweisungen zum Zuhören und für Timing. „Die Hauptaufgabe der Partitur wird es sein, den Musikern Material zur Verfügung zu stellen, mit denen sie sich im Laufe der zweistündigen Aufführung auf die Welt einstellen können, in der sie leben“, beschreibt der amerikanische Künstler und Musiker. Er betont, dass Ton, Melodie, Rhythmus und Harmonie überall zu finden seien – auch dort, wo von Menschen geschaffene Musik fehlt. „Musik liegt in der Luft, genauso wie im Ohr.“


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