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NIEDERRANNA. Sie pflegen die Tradition der prämotorisierten Schifffahrt, der Flößerei und der Ruderschifffahrt und wollen das Wissen der Schiffleute erhalten und weitergeben. Am 27. August feiern die Schiffleute vom Oberen Donautal ihr 25-jähriges Bestehen.

Seit 25 Jahren gibt es den Verein der Schiffleute vom Oberen Donautal bereits. Am Sonntag, dem 27. August, ab 11 Uhr, wird dieses Jubiläum im Innenhof des Seminarhotels Wesenufer mit einem Festakt und einem anschließenden Frühschoppen gefeiert. Bereits ab 10 Uhr findet eine Messe anlässlich dieses Jubeltages statt.

Das Andenken bewahren

Gegründet wurde der Verein am 25. September 1992. „Die traditionellen Berufsbilder der Schifffahrt gab es schon damals nicht mehr. Auf den modernen Schiffen braucht es weder einen Seilträger, der für die Zugseile des Schiffes verantwortlich ist, noch einen Hilfsruderer“, erzählt Anton Witti junior, der schon in zweiter Generation Mitglied der Schiffleute vom Oberen Donautal ist. Trotzdem wollten acht Männer rund um Gründer Siegfried Selle das Andenken an den Berufsstand erhalten und gründeten den Verein.

Mittlerweile sind aus den acht Gründungsmitgliedern 25 Schiffleute geworden. „Was sie verbindet ist die Beziehung zu ihren Vorfahren, zum Donaustrom und das Wissen um die Tatsache, dass der Berufsstand der Schiffleute und Flößer mit all seinen Aufgabenbereichen in Vergessenheit geraten ist“ so der derzeitige Obmann Witti. Dabei war die Donauflößerei früher der Hauptarbeitgeber in der Region.

Arbeitgeber Schifffahrt

Mit dem Aufkommen der ersten Städte im elften Jahrhundert entstand ein riesiger Bedarf an Holz, der vom direkten Umfeld der großen Städte nicht gedeckt werden konnte. Es musste also Holz von außerhalb her. Das ließen sich die Mühlviertler nicht zweimal sagen. Ganze Baumstämme wurden auf die Donau verfrachtet, zusammengebunden und in diesem Verbund als Floß bis nach Wien oder sogar Budapest transportiert. Dort fischte man die Stämme wieder aus dem Wasser und verwendete sie nach dem Trocknen zum Hausbau. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war diese Methode des Holztransports üblich.

Floßbau im Selbstversuch

So ein Floß haben die Schiffleute zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum 2012 unter Anleitung eines Kenners auch selbst zusammengebaut und sind damit erfolgreich auf der Donau gefahren. Die größte Veränderung in der Schiffahrt brachte schließlich die Gründung der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft 1829, die zugleich das Ende der traditionellen Flößerei einläutete.

Untätig sind unsere heutigen Schiffleute trotzdem nicht. Vereinsobmann Anton Witti junior aus Freizell ist einer der letzten Zillenbauer der Region. Außerdem steht man mit anderen Vereinen wie dem Schifferverein Stadl-Paura in regem Austausch, hält jährlich eine Schiffleutmesse am 6. Dezember ab und nimmt an Schifferwallfahrten teil.


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