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Dank Disziplin und guter Zusammenarbeit: „Die Situation normalisiert sich“

Martina Gahleitner, 11.05.2020 18:15

BEZIRK ROHRBACH. Es war am 13. März, als der erste Patient im Bezirk Rohrbach positiv auf Covid-19 getestet wurde. Insgesamt wurden es 150 Erkrankungen und rund 660 Personen, die in behördlich angeordnete Absonderung mussten. Aktuell gibt es laut Land OÖ noch einen bestätigten Fall im Bezirk. Eine Bilanz nach gut acht Wochen Corona-Krisenmanagement.

Die Covid-19-Teststation des Roten Kreuzes wurde bereits vor einigen Tagen abgebaut, Testungen erfolgen nur mehr mobil. Foto: Rotes Kreuz/Fuchs

Noch hat Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner, die auch Leiterin der Katastrophenschutzbehörde ist, den Krisenstab nicht aufgelöst. Aber zumindest sehr reduziert: „Wir haben noch ein paar Leute in Testung, aber vor allem ist es die Grenzsituation, die uns beschäftigt. Als Gesundheitsbehörde sind wir für die Ein- und Ausreise nach Deutschland zuständig und diese Aufgaben haben wir zu erledigen.“ Seit Beginn dieser Woche sind Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft direkt an der Grenze im Einsatz, zuvor haben Bedienstete der Straßenmeistereien im Auftrag der Behörde diese Aufgabe übernommen. Unterstützung gibt es durch Bundesheer-Soldaten, die noch vor Ort sind, Übergänge sichern und Gesundheitschecks durchführen.

Schwierige Grenzsituation

Nach wie vor ist im Bezirk Rohrbach nur der Grenzübergang in Hanging in der Gemeinde Kollerschlag geöffnet. „Das trifft uns alle sehr stark“, bedauert Wilbirg Mitterlehner. „Wir sind eine Grenzregion und teilweise müssen lange Umwege in Kauf genommen werden. Das haben wir auch schon beim Landesstab gemeldet und eine Lockerung gefordert.“ In Richtung Tschechien sind im Bezirk Rohrbach alle Grenzen zu, hier müssen etwa Mitarbeiter in Altenheimen oder der Gastronomie ebenfalls lange Umwege fahren.

„Hätte zum Flächenbrand werden können“

Für Bezirkshauptfrau Mitterlehner hat die Covid-19-Krise gezeigt, dass „es wichtig ist, dass wir regional breit aufgestellt sind. Wir haben uns bemüht, alle Anliegen nach Möglichkeit rasch zu erledigen und haben gleichzeitig mit allen Einsatzorganisationen, insbesondere dem Roten Kreuz, der Polizei und mit dem Bundesheer kooperiert“, ist sie dankbar für die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Aber auch für die Disziplin in der ganzen Bevölkerung. „So war es möglich, dass die Zahl der Erkrankungen relativ rasch gesunken ist. Denn das hätte zum Flächenbrand werden können.“

Dennoch appelliert sie: „Abstand halten und vorsichtig sein ist weiterhin notwendig.“

Keine Heimbewohner erkrankt

Seit wenigen Tagen ist der Betrieb an der Covid-19-Teststation in Rohrbach-Berg eingestellt, Testungen erfolgen nur mehr durch mobile Rotkreuz-Teams. Entsprechend der Teststrategie des Bundes gab es am Samstag eine Testung im Altenheim Haslach. „Gerade in unseren Alten- und Pflegeheimen hatten wir großes Glück, dass keine Bewohner erkrankt sind“, sagt Mitterlehner. Nur im Altenheim Aigen-Schlägl gab es bestätigte Erkrankungen unter den Mitarbeitern.

Normalbetrieb in der BH

An der Rohrbacher Bezirkshauptmannschaft selbst herrscht diese Woche noch eingeschränkter Betrieb mit Kundenverkehr nur nach Terminvereinbarung und nach erfolgter Körpertemperatur-Messung beim Eingang. Ab Mitte Mai möchte die Bezirkschefin wieder zum normalen Amtsbetrieb und Kundenverkehr zurückkehren.

Das Krisenmanagement der BH Rohrbach hat in drei Teams gearbeitet, die durchschnittlich mit 20 Personen besetzt waren. Es gab insgesamt mehr als 1.400 DigiKat-Einträge (Digitaler Katastrophenschutzplan). Im hausinternen Callcenter sind fast 2.000 Telefonanfragen eingegangen. Nicht mitgezählt sind dabei die Telefongespräche, die direkt an den Krisenstab gerichtet wurden oder von hier weggegangen sind. 150 Personen sind an Covid-19 erkrankt, zusätzlich wurden rund 660 Personen bescheidmäßig abgesondert. Das Krisenmanagement hat 3.000 Telefonate mit Kontakt-Personen von Erkrankten sowie zur Abklärung der jeweiligen Situation geführt.


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