Franz Stadlbauer nimmt nach 32 Jahren Abschied von Arcus: „Meine Arbeit hat mir immer Freude gemacht“

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 16.09.2020 11:55 Uhr

SARLEINSBACH. Nach 32 Jahren, viel Aufbau- und Ausbauarbeit und einigen Reformen ist es für Franz Stadlbauer Zeit, als Geschäftsführer des Arcus Sozialnetzwerks Abschied zu nehmen. Er blickt voller Dankbarkeit auf diese Jahre zurück, in denen sich Arcus zur größten Sozialorganisation der Region entwickelt hat.

Es war 1988, als Franz Stadlbauer seine Arbeit vorerst für den Sozialsprengel Oberes Mühlviertel begonnen hat. Aus diesem heraus hat sich später das Arcus Sozialnetzwerk entwickelt. Damals existierte gerade mal das Wohnheim St. Severin in Sarleinsbach mit angeschlossenen Werkstätten. „41 Bewohner waren hier untergebracht“, erinnert sich Stadlbauer. „Damit war es eine große Einrichtung, die aber dennoch einen Vorteil für die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen brachte. Denn sie kamen raus dem Krankenhaus.“ Ein Jahr später folgte das Wohnheim St. Vinzenz in Gollner und mittlerweile gibt es fünf Wohnverbünde mit 17 Wohngruppen und Wohnhäusern.

Größte Dringlichkeit abgewendet

„Bedarf für weitere betreute Wohnungen ist noch da, aber mit dem im Vorjahr eröffneten Haus Sonnenwald in Aigen-Schlägl haben wir die größte Dringlichkeit abwenden können“, freut sich der scheidende Geschäftsführer über diesen Erfolg. Denn ausreichend Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen im Bezirk anbieten zu können und damit die pflegenden Angehörigen zu entlasten, war ihm stets ein großes Anliegen. Aktuell bietet das Sozialnetzwerk 140 Wohnplätze in den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung an.

Barrierefreiheit ist Lebensqualität

Mit dem Haus Sonnenwald hat Stadlbauer besonders eindrücklich gemerkt, wie wichtig Barrierefreiheit für die Menschen ist. Denn dort zogen auch Anna und weitere sechs Bewohner von St. Vinzenz ein. „Anna war so glücklich in ihrem neuen Zuhause, weil sie endlich mit ihrem Rollator ungehindert von einem Zimmer ins andere kommen konnte. Diese Möglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung wiegen den zusätzliche Aufwand bei weitem auf.“

Von 5 auf 40

Nicht nur im Wohn- und Beschäftigungsbereich ist Arcus in der Region tätig, sondern seit 1991 auch im Bereich der mobilen Dienste. Zu Beginn mit fünf Mitarbeiterinnen. „Der Bedarf war da – aber die Hemmschwelle, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, sehr groß. Unsere Mitarbeiterinnen haben Angehörige besucht und so den Dienst bekannt gemacht“, erinnert sich Franz Stadlbauer. „Das war für die Bevölkerung und auch für uns eine große Errungenschaft: Wir wurden in der Region spürbar, weil wir Hilfe zu den Menschen bringen.“ Auf 40 ist der Mitarbeiterstand mittlerweile angewachsen. Mit der Beratungsstelle Mikado kam 1997 ein weiteres wertvolles Angebot für die Bevölkerung dazu.

Reformprozess seit 1998

Ein wesentlicher Meilenstein im Sozialbereich war der Reformprozess, der 1998 gestartet wurde. „Dann kam gleicher Preis für gleiche Leistung: Das Land hat alle Träger gleich behandelt und wir haben uns richtig entwickeln können.“ Zwei Jahre später entstand das Arcus Sozialnetzwerk, mit dem ehrenamtliche und berufliche Arbeit getrennt wurden. „Diese strategische Ausrichtung war ein guter, wichtiger Schritt“, ist Stadlbauer überzeugt.

Solides Fundament

Um die Zukunft der Sozialorganisation, wenn er mit Anfang Oktober in Pension geht, ist ihm nicht bang. Werner Gahleitner und Georg Schürz übernehmen die Agenden der Geschäftsführung und können dabei auf einem soliden Fundament aufbauen. Auch die Corona-Krise konnte „mit Zielstrebigkeit, Zusammenhalt und auch einer Portion Glück“ bisher gut gemeistert werden. Zu seinen eigenen Plänen sagt der Vater von vier erwachsenen Kindern: „Ich habe meine Arbeit immer genossen und sie voller Freude gemacht. Das war mein Leben. Jetzt möchte ich das Leben anders genießen.“ Er kann sich aber vorstellen, im Bereich tätig zu bleiben – vielleicht als freiwilliger Sozialbegleiter in St. Severin, seiner ersten Einrichtung.

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