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KLEINZELL. Auch wenn kein offizieller Spatenstich gesetzt werden konnte, geht es mit dem Projekt Nahversorger in Kleinzell zügig voran. Das alte Feuerwehrhaus ist bereits abgerissen, an dessen Stelle entsteht jetzt ein Geschäft in Holzbauweise, das im April fertig sein soll.

Das alte Feuerwehrhaus ist abgerissen. An dieser Stelle entsteht das neue Geschäft, das komplett in Holzbauweise errichtet wird. Foto: Architekturbüro Gerald Anton Steiner Foto: Architekturbüro Gerald Anton Steiner

Sechs Planungsbüros haben sich am Architekturwettbewerb beteiligt. Das Rennen machte schließlich das Architekturbüro Gerald Anton Steiner aus Linz, bei dem auch der Kleinzeller Architekt Klemens Sailer beschäftigt ist. „Der eingeschoßige und barrierefreie Entwurf konnte die Jury überzeugen und ging einstimmig als Sieger hervor“, informiert Bürgermeister Klaus Falkinger. Der Plan sieht vor, dass das gesamte Gebäude als Holzkonstruktion realisiert wird. Wobei die Firma Weber Bau für die Baumeister- und Holzbauarbeiten verantwortlich zeichnet. Der Rohbau aus Holz soll noch vor dem Winter abgedichtet werden. „Sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen, steht der Eröffnung im Frühjahr 2021 nichts im Wege“, ist Bürgermeister Klaus Falkinger zuversichtlich.

Meilenstein fürs Ortsleben

Für ihn ist der Nahversorger ein Leuchtturmprojekt und Meilenstein für Kleinzell: „Bereits seit 15 Jahren wird über ein Geschäft diskutiert und beim großen Bürgerbeteiligungsprozess mit der SPES-Akademie hatte dieses Thema immer oberste Priorität.“ Falkinger ist überzeugt, dass seine Gemeinde damit an Lebensqualität gewinnt: Ältere Mitbürger können wieder zu Fuß einkaufen gehen, Familien sparen sich damit vielleicht das Zweitauto, selbst Jugendliche haben einen Nahversorger in der Heimatgemeinde ganz oben auf ihrer Liste stehen.

Besonders freut den Ortschef, dass die „Kleinzeller Kommunalpolitik mit großer Geschlossenheit und persönlichem Engagement hinter diesem Nahversorgerprojekt steht“. Auch die Leaderregion unterstützt das Vorhaben mit 100.000 Euro.

Sozial und regional

Betreiber des neuen Geschäftes mit Voll-Sortiment, in das auch die Cafe-Bäckerei Wolfmayr einziehen wird, ist Artegra. „Menschen mit Beeinträchtigung finden hier einen wertvollen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Im Geschäft soll auch soziales Miteinander passieren, das für einen Ort große Bedeutung hat“, rückt Klaus Falkinger den sozialen Gedanken in den Fokus.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der regionalen Wertschöpfung, denn Produkte von Landwirten aus der Umgebung sollen im Kleinzeller Dorfladen viel Platz finden. Regionale Vermarkter, die als Zulieferer dabei sein möchten, können sich bei Artegra melden. Mit der Kleinzellerin Susanne Reitetschläger wurde zudem eine engagierte Leiterin direkt aus dem Ort gefunden.

Einkaufsbewusstsein schaffen

Zum Thema Nahversorgung hat sich ein eigener Arbeitskreis im Agenda 21-Prozess gebildet. Dieser hat das Projekt nicht nur von Anfang an begleitet, sondern will jetzt vor allem das nötige Einkaufsbewusstsein schaffen. Alle Kleinzeller sind nun eingeladen, ihre Ideen für das neue Geschäft einzubringen, damit von Beginn an ein Sortiment nach Wünschen und Bedürfnissen der künftigen Kunden geschaffen werden kann.


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