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ROHRBACH-BERG. Familie, Freunde und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach trauern um Josef Gierlinger. Der Ehren-Kommandant ist im Alter von 95 Jahren verstorben.

Sepp Gierlinger war der längst dienende Kommandant in der beinahe 150-jährigen Geschichte der FF Rohrbach. Foto: FF Rohrbach

Sepp Gierlinger, wie er allgemein genannt wurde, wurde am 9. Oktober 1925 am elterlichen Bauernhof in Lanzerstorf geboren. Er war das erste von insgesamt sechs Kindern. Nach der Volksschule besuchte er - für die damalige Zeit nicht selbstverständlich - die Hauptschule und erlernte in weiterer Folge einen Beruf. Und so begann er am 1. April 1941 seine Lehre als Elektroninstallateur. Der 1. April war aber nicht nur der erste Tag seiner Lehre sondern auch das Beitrittsdatum zur Freiwilligen Feuerwehr Rohrbach. Noch vor Beedigung seiner Lehre, musste er zum Reichsarbeitsdienst einrücken. Im August desselben Jahres wurde Sepp dann unfreiwillig zum Kriegsdienst eingezogen. Am 7. Mai 1945 waren für den erst 19-jährigen Unteroffizier Sepp Gierlinger die Kampfhandlungen vorbei und in ihm keimte die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Doch leider meinte es das Schicksal nicht gut mit ihm, denn am 12. Mai 45 kam er in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Diese musste er in kroatischen Lagern unter teilweise unmenschlichen Bedingungen verbüßen. Das dort Erlebte und Erlittene prägte ihn für sein gesamtes Leben.

Waffenrock der Nächstenliebe

In dieser schweren Zeit schwor er sich auch, nie wieder eine Uniform anzuziehen. 1948 kehre Sepp Gierlinger dann wieder heim. Und kaum wieder zu Hause, wer stand vor der Tür? - Die Feuerwehr. Seine Kameraden konnten ihn doch wieder dazu bewegen, in eine Uniform zu schlüpfen – sozusagen in den Waffenrock der Nächstenliebe. In den frühen 1950er Jahren lernte Sepp Gierlinger durch die Mitgliedschaft in der Volkstanzgruppe seine Frau Maria kennen und lieben und gemeinsam bekamen sie drei Kinder. Neben und seinem Beruf hat sich Sepp Gierlinger immer auch für das öffentliche Leben in Rohrbach interessiert. 1985 wurde sein öffentliches Engagement mit dem Goldenen Ehrenring gewürdigt. Die größte Bekanntheit in Rohrbach und weit darüber hinaus, erlangte er aber mit absoluter Sicherheit durch seine vielfältigen Schlüsselpositionen in der Feuerwehr Rohrbach. Ab 1958 hatte Sepp über 35 Jahre durchgehend eine Funktion im Kommando inne. 24 Jahre, von 1969 bis 1993, stand er als Kommandant an der Spitze der Feuerwehr. „Sein überaus großes Engagement im Feuerwehrwesen wurde über die Jahre durch viele sichtbare Auszeichnungen gewürdigt. Darunter das Oberösterreichische Feuerwehrverdienstkreuz 3. Stufe, das Verdienstzeichen des ÖBFV Stufe II in Silber, die 70-jährige Ehrenurkunde und Bezirksmedaille in Gold um nur die Wichtigsten zu nennen“, berichtet Abschnittsbrandinspektor Martin Wakolbinger. Sepp Gierlinger war der längst dienende Kommandant in der beinahe 150-jährigen Geschichte der FF Rohrbach (Gründungsjahr 1873) und das Mitglied mit der zweitlängsten Dienstzeit (fast 80 Jahre). 


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