Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ALTENFELDEN. Immer wieder werden Asylwerber nach oft mehrjährigem Aufenthalt zurückgeschickt in eine Heimat, die für sie keine mehr ist und aus der sie oft in Todesangst geflohen sind. Familie Barojan aus Altenfelden ist gerade in so einer unmenschlichen Situation: Die Eltern und ihre vier Kinder leben in Angst und Sorge und wissen nicht, was morgen sein wird.

Familie Barojan lebt seit sechs Jahren in Österreich, jetzt droht die Abschiebung. (Foto: Schwarzmann)

Ungewissheit und Hilflosigkeit nagen Tag für Tag an dem Vater, der seine Kinder nur schützen will. 2015 hätten er und seine drei Söhne in der Ukraine zum Kampf gegen Russland einrücken müssen. Um sie nicht dieser Todesgefahr auszusetzen, blieb nur die Flucht als Ausweg. Mit Schleppern, die ihnen ihre Ersparnisse abgenommen haben, kam die Familie nach Europa; seit drei Jahren lebt sie in Altenfelden. Das Leben in Sicherheit und Frieden ist jedoch trügerisch: Der Asylantrag wurde abgelehnt, es gibt kein Bleiberecht. Dabei wurde ihre Heimatstadt in der Zwischenzeit von Russland eingenommen und es gibt nach wie vor schwere Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen.

Langer Kampf

Ein sicheres Leben in Österreich, hier bleiben und arbeiten zu dürfen, das ist es, was Familie Barojan möchte. Und dabei findet sie in Altenfelden tatkräftige Unterstützung und Hilfsbereitschaft: Ein Team an ehrenamtlichen Helfern setzt sich für ihr Dableiben ein: Hunderte Unterschriften wurden gesammelt, Briefe unter anderem an Bundespräsident Alexander Van der Bellen und die Vorsitzende der neuen Kindeswohlkommission Irmgard Griss geschickt und Spenden zusammengebracht, um die Verfahrenskosten bezahlen zu können. „Wenn Integration gelungen ist, dann bei dieser Familie“, sagt Rosemarie Leitner. Keiner kann verstehen, wie nach sechs Jahren Unbescholtenheit, bester Integration, Engagement in allen möglichen Bereichen – etwa im Altstoffsammelzentrum in Altenfelden – und schriftlicher Arbeitszusagen für den Vater und seine Söhne (mittlerweile junge Männer) eine Abschiebung erfolgen kann. All diese Faktoren müssten bei der Entscheidung doch berücksichtigt werden. Die achtjährige Tochter kennt überhaupt nur Österreich als Heimatland.

Revision als letzte Chance

Als letzter Strohhalm wurde nun ein Antrag auf außerordentliche Revision, die letzte Chance auf Asyl, eingereicht, damit es vielleicht doch zu einem glücklichen Ende kommt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
MarieWei
MarieWei
13.05.2021 15:49

Abschiebung in die Ukraine

Familie Borojan möchte natürlich in einem reichen EULand bleiben, aber: eine kriegerische Auseinandersetzung gab es nur in einem kleineren östlichen Bereich der Ukraine, man hätte sich gut und gern in die Hauptstadt anderswo in die Ukraine niederlassen können. Stattdessen ist man über 1000 km weiter westwärts gereist (vermutlich obendrein durch mehrere sichere Länder), denn in Österreich und in Deutschland werden Asylbewerber voll allimentiert und erhalten eine Unterkunft, das alles auf Staatskosten. Aber: Ukrainer erhalten richtigerweise nur sehr selten ein Bleiberecht und so sollte auch diese Familie in die Ukraine zurückkehren.......oder abgeschoben werden.

Antworten
Elna
Elna
13.05.2021 20:00

Antwort Abschiebung in die Ukraine

Liebe Marie,
kennen Sie die Familie? Und kennen Sie Ihre Beweggründe, die sie bewogen haben, die Ukraine zu verlassen?
Ich kenne die Familie, sie leben seit 6 Jahren auf engstem Raum - das macht man nicht, wenn man nicht große Angst vor einer Rückkehr hat. Außerdem haben sie es sicher nicht auf "Allimentierung" abgesehen. Alle erwachsenen Familienmitglieder haben bereits schriftliche Zusagen auf eine Arbeitsstelle im Bezirk (in Bereichen, in denen händeringend nach Arbeitskräften gesucht wird), die sich daraus ergeben haben, dass sie extrem hilfsbereit sind und immer aushelfen, wenn Not am Mann ist und so auch bewiesen haben, wie fleißig, arbeitswillig und geschickt sie sind. Dass ein großer Teil der Altenfeldner Bevölkerung sie als wertvolle Ergänzung der Ortsgemeinschaft sieht, zeigt die Unterstützung, die die Familie in Form von Unterschriften und Anwaltskosten erhalten hat. Wieso sollte sich eine derart bemühte Familie keine Zukunft aufbauen dürfen, wenn sie dafür hart arbeiten?
Ich würde Sie bitten, keine pauschalen Urteile zu fällen, ohne die Situation im Detail zu kennen.

n