Rollenbild Mann und Endometriose: „Darüber müssen wir sprechen“
ULRICHSBERG. Als Fotografin hat Carmen Weidinger fast täglich viele verschiedene Persönlichkeiten vor der Kamera. Wenn sie von einer ganz besonders inspiriert ist, schreibt sie darüber in ihrem Blog. Aber auch abseits der Fotografie hält die Ulrichsbergerin dort ihre Gedanken und Eindrücke fest.

Schon als Kind hat Carmen Weidinger ihr Tagebuch mit ihren Gedanken gefüllt und darin Erlebtes verarbeitet. Als sie sich 2018 als Fotografin selbstständig machte, gab‘s zwar kein geheimes Tagebuch mehr, aber ihre Gedanken und Gefühle wollte die 27-Jährige trotzdem „zu Papier“ bringen. Damals drehte sich in ihrem Kopf alles darum, ob der Schritt vom geregelten Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit eine gute Idee war. Das Schreiben half ihr dabei, ihre Gedanken zu sortieren. Mit dem Hochladen dieses Blogbeitrages war bei Weidinger die Liebe zum Schreiben erneut geweckt. „Ich bin ein sehr sensibler und gefühlvoller Mensch. Wenn mich Menschen inspirieren oder deren Geschichte mich bewegt, halte ich sie in meinem Blog fest.“ So schreibt die sympathische Fotografin unter anderem über Themen, die, wie sie sagt, in der Gesellschaft zu wenig Platz finden. Ihr Plan für die Zukunft ist es, den Fokus noch mehr auf diese Themen zu legen.
Männer dürfen nicht weinen
Über eines dieser Themen hat Weidinger erst kürzlich einen Beitrag verfasst: das Rollenbild Mann. Ein kleiner Auszug davon: „Ich persönlich habe das Gefühl, dass trotz des gesellschaftlichen Wandels das traditionelle Rollenbild des Mannes noch immer tief in uns verankert ist. Überspitzt gesagt müssen Männer Geld verdienen, teure Autos fahren, durchtrainiert sein und dürfen auf gar keinen Fall Gefühle zeigen. Und sollten doch mal Tränen kullern, so wird dieses Verhalten mit ‚gefühlsduselig‘ oder gar ‚schwul‘ betitelt.“ Aber auch die Eindrücke und Erlebnisse ihrer Reisen in ferne Länder teilt Carmen Weidinger mit ihren Lesern. Zwischendrin sind immer wieder leichtere Themen zu finden, wie sie sagt: „Ich gebe Tipps zum Schminken oder auch Tipps für authentische Posen bei einem Foto-shooting.“ Nicht zu vergessen, versorgt sie ihre Leser als liebevolle Katzenmama hin und wieder mit Updates zu ihren zwei Vierbeinern Tinkerbell und Yue. „Mein Blog spricht keine bestimmte Zielgruppe an. Ich schreibe für alle und das ist mir auch wichtig, denn ich möchte mich nicht selbst einschränken.“ Druck macht sich die junge Unternehmerin beim Schreiben keinen: „Mal kommen in kürzeren Abständen Beiträge, mal vergeht mehr Zeit. Ich erzwinge nichts. Wenn mich etwas inspiriert, schreibe ich.“
Als kleines Mädchen den ersten Film verknipst
Obwohl das Schreiben mittlerweile einen fixen Platz in Weidingers Leben eingenommen hat, so ist ihre größte Leidenschaft nach wie vor das Fotografieren. „Mein Opa hat mir als Kind eine Kamera in die Hand gedrückt. Es dauerte keine fünf Minuten, war der Film aufgebraucht. Später folgte eine Spiegelreflexkamera. Nun ja, und heute bin ich selbstständig und lebe meinen Traum“, blickt sie mit einem Lächeln auf den Lippen zurück. Neben Hochzeits-, Einzel-, Babyshootings und mehr, hat sie seit kurzem auch Hunde und Pferde vor der Linse, „die Nachfrage danach wird immer mehr“, verrät sie. Wenn Carmen Weidinger heute also ihren ersten Blogbeitrag liest, so ist sie doch stolz, was sie in der Zwischenzeit erreicht hat.


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