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AIGEN-SCHLÄGL. Mit der Hubertusmesse wird in der Jägerschaft altes Brauchtum gelebt. Die Jäger erinnern sich damit ihrer Verantwortung für Wild und Wald.

  1 / 4   Die Jagdhornbläsergruppen Böhmerwald, Pfarrkirchen und Ulrichsberg haben die einzelnen Wildarten mit eigenen Signalstücken verblasen. (Foto: Johannes Pfoser)

Der Heilige Hubertus ist Schutzpatron der Jäger und Forstleute. Anlässlich seines Ehrentages (3. November) trafen sich am Samstag zahlreiche Weidleute aus dem ganzen Bezirk zur Hubertusmesse mit gemeinsamer Streckenlegung im Stift Schlägl. Die drei Jagdhornbläsergruppen Böhmerwald, Pfarrkirchen und Ulrichsberg konnten gemeinsam die Strecke mit den entsprechenden Jagdhornsignalen verblasen. Im Anschluss zelebrierte Forstmeister Dechant Johannes Wohlmacher gemeinsam mit Abt em. Martin Felhofer die feierliche Hubertusmesse.

Einen würdigen Nachruf gab es dabei auch für Josef Falkner, langjähriger Bezirksobmann der Jagdhornbläser und Gründungsmitglied der Jagdhornbläsergruppe Böhmerwald, der im November des vergangenen Jahres verstorben ist. Er leitete über viele Jahre auch die Jungjägerausbildung im Bezirk.

Zeichen der Ehrfurcht

Mit der Hubertusmesse erinnert sich die Jägerschaft jedes Jahr ihrer Aufgabe, mit Wild und Wald verantwortungsvoll umzugehen. Immer noch wird dem erlegten Wild nach altem Brauch der letzte Bissen, also etwa ein Tannenzweig in den Äser gelegt – als Zeichen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Opferung an den Schöpfer. Beim Niederwild, wie Hase und Fasan, bekundet man mit einer würdigen Streckenlegung damals wie heute seinen Respekt.

Botschaft der Legende ist aktueller denn je

Bezirksobmann der Jagdhornbläser Heinz Grüll: „Gerade heute, wo der Druck auf unsere Natur und unsere Wildtiere enorm zugenommen hat, ist die Botschaft der Hubertus-Legende für uns Jägerinnen und Jäger, aber eigentlich für jeden Naturnutzer aktueller denn je. Es geht darum, sich immer wieder bewusst zu machen, dass wir eine Verantwortung gegenüber Wild und Natur tragen.“

Der Legende nach litt Hubertus sehr unter dem Tod seiner Frau und stürzte sich zur Ablenkung vom Schmerz in weltliche Vergnügen, darunter auch die Jagd. Er jagte zügellos und achtete nichts und niemanden mehr. Erst die Begegnung mit einem mächtigen weißen Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih, brachte ihn zur Besinnung und er gelobte, die Geschöpfe zu ehren und die Jagd von nun an weidmännisch zu betreiben.


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